Polizei rüstet für Großeinsatz

Erdogan: 
Angst vor Chaos in Wien

14.06.2014

Hitziger Politstreit um Erdogan-Auftritt: Polizei plant wie für Staatsbesuch.

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© Getty Images, AFP
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Wien steht am kommenden Donnerstag ein ­Mega-Polizeieinsatz mit wilden Demonstrationen bevor: Wie berichtet ist der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan zu einem Auftritt in der Wiener Albert-Schutz-Eishalle angesagt.

Erdogan trifft in Wien 
keinen einzigen Politiker
Bis zu 10.000 Fans werden erwartet. Frühere Auftritte des Premiers – etwa in Deutschland – sind turbulent verlaufen: Zahlreiche Demonstranten protestierten in Köln gegen den Chef der rechten AKP – und der tat wenig, um die Stimmung zu beruhigen. Er rief vielmehr seine Landsleute auf, sich nicht assimilieren zu lassen.

Erdogan wird keine Politiker treffen – trotzdem bereite man sich auf einen "Staatsbesuch" vor, hieß es bei der Wiener Polizei: Eskorte vom Flughafen bis zur Eishalle in den 22. Bezirk, Hunderte Beamte im Einsatz, enorme Kosten. Bei vergleichbaren Anlässen war von rund einer Million Euro die Rede.

Am Montag wird die Polizei über den Einsatz beraten, dann wird auch vom Magistrat geklärt, unter welchen Auflagen die Albert-Schultz-Eishalle benutzt werden kann. Auf den Rängen haben rund 7.000 Zuschauer Platz, unklar ist, ob auch die Spielfläche gefüllt werden darf. Veranstalter Abdurrahman Karayazili betonte am Samstag, Erdogan werde – trotz der Kriegsgefahr an der Grenze zum Irak – auf jeden Fall nach Wien kommen. Er verteidigte Erdogan gegen die Kritik.

Kurz in ständigem Kontakt mit dem Botschafter
Und die kommt von vielen Seiten: Österreichs Außenminister Sebastian Kurz forderte Erdogan via ÖSTERREICH auf, sich zu mäßigen. Trotzdem bot Kurz Erdogan ein Gespräch an, telefonierte mit Außenminister Ahmet Davutoglu und ist auch mit dem türkischen Botschafter in Kontakt.

Härtester Kritiker des Erdogan-Besuches ist natürlich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Er fordert Kurz auf, den türkischen Botschafter aus Protest gegen den Besuch zu sich ins Außenamt zu zitieren. Und Erdogan solle für die Kosten des Polizeieinsatzes aufkommen.

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