Einnahmen

EU kostet uns schon 432 Mio. Euro

28.09.2010

Trotz Krise überweisen wir 26 Prozent mehr nach Brüssel.

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© Getty Images/Reuters
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Nach der Budget-Offenlegung kam der Schock: Satte 2,159 Milliarden Euro hat Österreich im Vorjahr an die EU gezahlt. Tendenz steigend.

Die Wirtschaft in der Krise, eine hohe Zahl an Arbeitslosen, Menschen, die um ihren Job bangen – Österreich hatte 2009 an zahlreichen Fronten zu kämpfen. Jetzt allerdings wird klar: Trotz Krise cashte die Europäische Union in dieser Zeit gewaltig ab.

88 Millionen Euro mehr wurden 2009 überwiesen
Erst am Dienstag veröffentlichte der zuständige EU-Haushaltskommissar Janusz Lewandowski seinen Bericht zum EU-Budget 2009. Dieser zeigt: Allein aus Österreich flossen im Vorjahr 2,159 Milliarden Euro nach Brüssel. Zolleinnahmen und Verwaltungskosten exklusive. Abzüglich der Rückflüsse zahlten wir für Europa immer noch 431,5 Millionen Euro.

Zum Vergleich: 2008 lagen die geleisteten Nettobeiträge noch bei 341,4 Millionen – ein Plus also von mehr als 26 Prozent und rund 88 Millionen Euro.

Fest steht auch: Die EU hat derzeit zwar 27 Mitgliedsstaaten, nicht jeder wird dabei aber gleich stark zur Kasse gebeten. Platz eins als absoluter Vielzahler geht 2009 erneut an Deutschland. Der nördliche Nachbar unter Kanzlerin Angela Merkel zahlte gewaltige 8,1 Milliarden. Platz zwei geht an Frankreich (4,7 Milliarden), Platz drei an Italien mit 4,1 Milliarden (siehe unten).

Polen bekommt von der EU jährlich 6,5 Milliarden Euro
Doch längst nicht jedes Land zahlt in die EU mehr Geld ein, als es herausbekommt. Polen bekommt als größter Nettoempfänger 6,5 Milliarden Euro, Griechenland immerhin noch 3,3 Mrd.

Und auch Österreich verzeichnet Rückflüsse. Für die heimische Landwirtschaft gab es aus Brüssel 1,3 Milliarden, für die Re­gionalhilfe 241 Millionen und für Forschung und In­frastruktur 211 Mio.


Wer bezahlt und wer kassiert:
Gewaltige Unterschiede 
gibt es zwischen den 27 EU-Mitgliedsstaaten: Während 11 Länder mehr zahlen als kassieren, cashen 16 Staaten mehr Geld, als sie einzahlen.

Die Nettozahler (in Mio.)
  Deutschland     8.107  
Frankreich 4.739
Italien 4.079
Niederlande 2.026
Großbritannien 1.363
Dänemark 821
Schweden 704
Österreich
432
Finnland 430
Luxemburg 83

 

Die Nettoempfänger (in Mio.)
Polen 6.489
Griechenland 3.252
Ungarn 2.772
Portugal 2.243
Spanien 1.794
Tschechien 1.777
Rumänien 1.756
Litauen 1.511
Bulgarien 642
Estland 582
Slowakei 580
Lettland 514
Slowenien 262
Irland 47
Malta 12
Zypern 7
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