Kampf um jede Stimme
EU-Wahl: 1. Ergebnisse bringen Überraschung
Bei der Europawahl dürfen bis Sonntagabend rund 400 Millionen Menschen in 28 Ländern die Weichen stellen. Im Mittelpunkt steht - neben dem Duell des konservativen und des sozialdemokratischen Blocks im Europaparlament - das Abschneiden der rechten, populistischen und euroskeptischen Parteien. Die Rechtspopulisten in den Niederlanden erhielten zum Start der Wahl einen unerwarteten Dämpfer.
Auf der nächsten Seite der Live-Ticker zum Nachlesen!
Gestern Donnerstag haben die Wahlen zum Europäsichen Parlament begonnen. Am ersten Wahltag waren die Niederländer und die Briten zum Urnengang aufgerufen. Ersten Umfragen zufolge kam es in den Niederlanden zu einem überraschenden Ergebnis: Der Rechtspopulist Geert Wilders erlitt mit seiner anti-europäischen Partei eine Schlappe.
Am zweiten Tag der Europawahl sind heute Freitag die Iren und Tschechen zur Abstimmung aufgerufen. In Irland öffneten die Wahllokale um 8.00 Uhr, Tschechien folgte um 14.00 Uhr. Wegen der Verkleinerung des Europaparlaments von derzeit 766 auf künftig 751 Abgeordnete steht beiden Ländern dieses Mal jeweils ein Abgeordneter weniger zu als noch 2009.
Während die ersten Länder breits wählen dürfen, starten die heimischen Parteien heute Freitag ins Wahlkampffinale. Bei uns wird dann am Sonntag gewählt.
Wie berichten LIVE vom zweiten Tag der Europawahl im oe24-LIVE-Ticker!
17:20 Uhr: Wahlkarten
Für die EU-Wahl am Sonntag haben 444.037 Österreicher, EU-Bürger und Auslandsösterreicher eine Wahlkarte beantragt. Das sind zwar deutlich (um 43,61 Prozent) mehr als bei der EU-Wahl 2009. Aber es lässt darauf schließen, dass die Wahlbeteiligung bei der EU-Wahl wieder sehr niedrig wird: Denn bei der Nationalratswahl 2013 wurden 668.810 Wahlkarten beantragt.
16:44 Uhr: Kopf-an-Kopf-Rennen in Polen
Am Ende des EU-Wahlkampfs in Polen ist der Abstand zwischen der oppositionellen rechtskonservativen Recht und Gerechtigkeit (PiS) und der rechtsliberalen Regierungspartei PO (Bürgerplattform) laut jüngsten Umfragen dahingeschmolzen. Über den Ausgang könnten laut Beobachtern am Sonntag schließlich einige zehntausend Stimmen entscheiden.
16:10 Uhr: Wahlkampfabschluss für Europa Anders
Den roten Teppich hat Europa anders den Bürgern bei der Abschlussveranstaltung des Europa-Wahlkampfes ausgelegt. Martin Ehrenhauser, Spitzenkandidat der Allianz aus Piraten, KPÖ und "Der Wandel", zeigte sich dabei überzeugt von einem Einzug ins EU-Parlament. Zumindest die Aktion am Freitagnachmittag zog aber nur sehr wenig Publikum an.
15:34 Uhr: Zwei Wahltage
Der erste Wahltag in Tschechien endet am späten Freitagabend. Fortgesetzt wird die Abstimmung Samstag in der Früh und dauert dann bis 14.00 Uhr. Das Ergebnis soll am Sonntagabend veröffentlicht werden, wenn in allen EU-Staaten gewählt wurde.
15:01 Uhr: Tschechische Umfragen
Umfragen gehen von einem Kopf-an-Kopf-Rennen der Sozialdemokraten (CSSD) unter Ministerpräsident Bohuslav Sobotka mit der Protestpartei ANO von Finanzminister und Milliardär Andrej Babis aus. Beide beteiligen sich an seit Jänner amtierenden Regierungskoalition. Mit Spannung wird erwartet ob die neue Bewegung ANO ihren Höhenflug fortsetzen kann und die CSSD ihre Position als stärkste politische Partei einbüßen wird.
14:25 Uhr: Tschechien wählt
In Tschechien hat die EU-Wahl begonnen. Die Wahllokale öffneten am Freitag um 14.00 Uhr. Mehr als acht Millionen Bürger sind am Freitag und Samstag aufgerufen, über ihre 21 Vertreter im EU-Parlament zu entscheiden. Die Abstimmung gilt als Stimmungstest für den neuen europafreundlichen Kurs der seit Jänner regierenden Mitte-Links-Koalition.
13:58 Uhr: Eurogruppenchef "erfreut" über Wilders Wahlschlappe
"Erfreut" hat sich der niederländische Eurogruppen-Vorsitzende, Jeroen Dijsselbloem, am Freitag über die in Nachwahlbefragungen prognostizierte Wahlschlappe des Rechtspopulisten Geert Wilders und seiner Partei für die Freiheit (PVV) gezeigt. Der Sozialdemokrat Dijsselbloem sagte laut niederländischer Nachrichtenagentur ANP, er sei überrascht, wie stark die PVV in dem Urnengang verloren habe.
13:34 Uhr: Diese Länder hatten 2009 über 90% Wahlbeteiligung:
2009 hatte Luxemburg mit 90,76 Prozent die stärkste Wahlbeteiligung, gefolgt von Belgien (90,39) und Malta (78,79). Die geringste Beteiligung wurde in der Slowakei mit 19,64 Prozent verzeichnet.
11:43 Uhr: Italiens Premier Renzi warnt vor Stimmenthaltung
Italiens Premier Matteo Renzi hat am Donnerstagabend die Wahlkampagne seiner Demokratischen Partei (PD) mit einer Ansprache auf der Piazza del Popolo im Herzen Roms beschlossen. Dabei rief er die Italiener dazu auf, zu den Urnen zu gehen. Der PD wolle die EU erneuern, ohne jedoch auf destruktive Tönen wie die populistische Fünf Sterne-Bewegung und andere populistische Parteien zu setzen, so Renzi.
11:17 Uhr: Präsident Fischer wirbt auf Facebook für EU-Wahl
Bundespräsident Heinz Fischer hat am Freitag "eindringlich" an die Österreicher appelliert, am Sonntag zur EU-Wahl zu gehen. Diesen Appell unterstrich er mit Facebook-Fotos, auf denen er ein T-Shirt mit der Aufschrift "Europawahl 25. Mai - Ich bin dabei" trug.
09:50 Uhr: Verluste für Camerons Konservative
Verluste verbuchten dagegen Premierminister David Camerons Konservative sowie die oppositionelle Labour Partei. Die Kommunalwahl gilt als Hinweis für das Abschneiden der britischen Parteien bei der EU-Wahl. Prognosen hierzu gibt es nicht.
09:25 Uhr: EU-Kritiker legen bei britischer Kommunalwahl zu
Die Partei des populistischen EU-Kritikers Nigel Farage hat bei der britischen Kommunalwahl deutlich zugelegt. Die nationalistische United Kingdom Independence Party (UKIP) eroberte bei der gleichzeitig mit der Europawahl abgehaltenen Abstimmung mehr neue Sitze als jede andere Partei, wie erste Teilergebnisse aus etwa einem Viertel der Gemeinden am Freitag zeigten.
09:10 Uhr: Wilders laut Prognose nur auf Platz Vier
Nach einer Prognose, die das niederländische Fernsehen am Donnerstagabend nach Schließung der Wahllokale veröffentlichte, landete seine Partei für die Freiheit (PVV) mit 12,2 Prozent auf Platz vier - knapp fünf Prozentpunkte unter ihrem Ergebnis von 2009.