SPÖ-Klausur im Burgenland

Faymann vergibt Freund 3.000-Euro-Sager

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Der EU-Spitzenkandidat der SPÖ sorgte für Wirbel, als er Arbeitslohn zu hoch taxierte.
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Eigentlich wollte die SPÖ bei ihrer Klubklausur in Frauenkirchen der eigenen Fraktion ihren neuen Hoffnungsträger für die EU-Wahl Eugen Freund schmackhaft machen. Überschattet wurde der Premieren-Auftritt des Ex-ORF-Journalisten aber durch seine Aussagen im "profil"-Interview, als er meinte, ein Arbeiter verdiene so 3.000 Euro. Die Parteispitze versucht nun zu beschwichtigen.

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Freund bemühte sich in Selbstverteidigung: "Man kann nicht alle Zahlen im Kopf haben."

"Kein goldener Löffel"
Ansonsten bemühte sich Arztsohn Freund klar zu machen, dass auch er nicht mit dem goldenen Löffel aufgewachsen ist. Als Kind in Kärnten haben er mit Eltern und Geschwistern zu fünft in einem Zimmer mit tausenden Medikamenten geschlafen, erzählte der frühere ORF-Journalist. Als politische Stoßrichtung gab der Spitzenkandidat aus, Wohlstand gleich zu verteilen. Denn obwohl Europa der reichste Kontinent sei, gehe die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander.

Zweimal "EU" im Namen
Dass Freund der richtige Mann für die Sozialdemokratie ist, wurde ihm und den Abgeordneten von allen Seiten versichert. Jörg Leichtfried, Delegationsleiter der SPÖ in Brüssel, bei der Kandidatenkür aber auf Platz drei verwiesen, meinte, im Namen Eugen Freund komme zwei Mal EU vor. Da könne gar nichts schief gehen.

Einen anderen Grund, warum Freund eine gute Wahl gewesen sei, nannte Kanzler Faymann. Denn bei Freund habe das Herz immer auf der richtigen Seite geschlagen, nämlich auf der der sozialen Anliegen. Wenn sich sein Spitzenkandidat dann einmal verschätzt, findet das der Parteichef nicht so tragisch. Auch Kreisky habe Millionen und Milliarden verwechselt und sei der beste Bundeskanzler und ein Arbeiterführer gewesen.

Kanzler wettert gegen Spekulanten
Inhaltlich wandte sich Faymann einmal mehr gegen die Spekulanten, die sich nur die eigene Tasche vollstopfen wollten. Wirksame Instrumente gegen sie könnten nur auf europäischer Ebene gefunden werden. Wenn "Scharlatane" dieses Projekt EU zerstören wollten, werde das die Sozialdemokratie nicht zulassen, trat Faymann jenen entgegen, die nur "Hass schüren".

Appelliert wurde vom Kanzler an seine Partei, die heuer stattfindenden EU- und Arbeiterkammer-Wahlen nicht zu unterschätzen. In beiden Fällen gehe es um mehr oder weniger Arbeitnehmer-Rechter. Wohl auch mit einem Blick auf die Turbulenzen beim Koalitionspartner ÖVP forderte Faymann von den Abgeordneten, den politischen Gegnern "nicht die Freude zu machen, ein zerstrittener Haufen zu sein".