Bundesheer

Flugunfähige Hercules: Flieger macht schon länger Probleme

03.03.2026

Dem Bundesheer stehen derzeit keine Hercules-Transportmaschinen zur Evakuierung von Österreichern aus den Krisenregionen im Nahen Osten zur Verfügung.  

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© HBF/Gunter Pusch
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Es ist aber nicht das erste Mal, dass die "Hercules" zum Problemkind des Heeres wird. Schon im Oktober 2023, nach dem Angriff der Hamas auf Israel, scheiterte eine Evakuierung daran, dass eine Hercules aufgrund eines technischen Defekts nicht starten konnte.

Das Transportflugzeug hätte vier Tage nach dem Angriff, am 11. Oktober, von Hörsching aus nach Zypern starten sollen, um von dort aus mehrere hundert Österreicher aus Israel zu holen. Die Hercules hätte die Ausreisewilligen nach Zypern bringen sollen, von wo es dann mit Linienflügen weitergehen sollte. Aufgrund der Panne wurden die Österreicher und Österreicherinnen letztlich mit vom Außenministerium gecharterten Airbus-Maschinen der AUA nach Hause geholt.

Hercules 1967 gebaut

Die drei in Österreich eingesetzten Hercules wurden 1967 gebaut und im Jahr 2003 gebraucht von der britischen "Royal Air Force" gekauft. Eine der drei Maschinen wurde im Herbst ausgemustert, eine zweite steht wegen eines "langfristig geplanten Intervallupdates" in Portugal und die letzte fiel wegen Problemen mit dem Tank aus, wie es aus dem Ministerium zur APA hieß.

Schon im Herbst 2023 hatte das Verteidigungsministerium auf das Alter der Maschinen verwiesen. Der technische Zustand sei seit Jahren bekannt. "Die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte holen uns an Tagen wie heute ein. Daher ist es gut, dass wir bereits für eine Nachfolge gesorgt haben", betonte ÖVP-Ministerin Klaudia Tanner damals.

Kooperation mit Portugal noch nicht abgeschlossen

Auf die Nachfolge einigte man sich im September 2023. Der Vertrag für den Kauf von vier neuen Transportmaschinen des Typs C-390 Embraer wurde letztlich 2024 gemeinsam mit den Niederlanden im Rahmen eines "Government-to-Government"-Geschäfts unterzeichnet. Derzeit werden die Flugzeuge in Brasilien gefertigt. Die erste Maschine werde 2028 in Österreich landen. 2030 soll die Anschaffung abgeschlossen sein.

In der Übergangszeit sollte eigentlich eine Kooperation mit den portugiesischen Streitkräften die Transportfähigkeit sichern. Diese wurde im Herbst auf einer Pressekonferenz angekündigt. Wie Ministeriumssprecher Michael Bauer am Dienstag im Gespräch mit der APA sagte, ist diese aber noch nicht abgeschlossen und derzeit könne man auch nicht sagen, wann es soweit sein werde. Er versuchte aber auch in Relation zu setzen: Derzeit spreche man von 12.000 bis 15.000 Österreichern und Österreicherinnen in der Region (von denen wohl nicht alle evakuiert werden wollen), eine Maschine fasst rund 100 Personen. Außerdem sei der Luftraum derzeit gesperrt.

Auch Bauer betonte einmal mehr das Alter der Maschinen: "Wenn Sie in einen Oldtimer einsteigen, wissen Sie auch nicht, ob er fährt oder nicht". Klar sei aber: "Wir werden die Maschinen wieder zum Fliegen bekommen."

Politische Diskussion entfacht

Rund um die aktuell flugunfähigen Transportmaschinen entfachte sich zuletzt auch die politische Schuldfrage. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker sprach von einem "Skandal der Sonderklasse". Die ÖVP machte dagegen den früheren Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) für den Zustand der Flotte verantwortlich. Am Dienstag meinte auch SPÖ-Wehrsprecher Robert Laimer in einer Aussendung, mit Blick auf die Vergangenheit könne sich niemand aus der Verantwortung stehlen, "erst recht die FPÖ nicht". Dass derzeit technische Einschränkungen bestehen, sei ein Problem, das sich über viele Jahre aufgebaut hat.