Polit-Barometer

Gallup-Umfrage: Strache-FPÖ holt auf

© Andy Urban
Dramatische Werte: SPÖ und FPÖ liegen statistisch bereits gleichauf.
Zur Vollversion des Artikels

In der neuen Gallup-Hochrechnung für die „Sonntagsfrage“ liegt die FPÖ erstmals wieder Kopf an Kopf mit der SPÖ. Die SPÖ führt noch mit 28 %, hat zur Vorwoche aber 1 % eingebüßt, die FPÖ liegt mit 27 % statistisch gleichauf. Die ÖVP ist mit nur 22 % hoffnungslos auf Platz 3 zurückgefallen, die Grünen können mit 14 % erstmals wieder zulegen. In den Rohdaten – also bei den deklarierten Wählern – hat die FPÖ die SPÖ mit je 17 % eingeholt. Weil bei den noch unentschlossenen Wählern die Sympathien für Faymann und die SPÖ aber stärker sind als für Strache, hat Gallup die SPÖ in der Hochrechnung auf Platz 1.

© oe24

Tatsächlich kommt die Kanzler-Partei durch die Euro-Krise zunehmend unter Druck. Während die SPÖ 1 % verlor, büßte Kanzler Faymann im Vergleich zum Vormonat im Polit-Barometer gleich 9 % an Zustimmung ein. Nur 26 % der Österreicher bewerteten den Kanzler im letzten Monat positiv, aber bereits 46 % negativ. Mit 26 % Zustimmung ist Faymann im Vergleich zwar weiterhin – laut EU-weiter Umfragen – der am positivsten bewertete Regierungschef Europas. Das ist freilich ein schwacher Trost: Minus 20 % im Polit-Barometer sind sein bisher schlechtester Wert.

Noch dramatischer: HC Strache, der bisher mit einem Minus-Ergebnis von 33 % der unbeliebteste Politiker im Land war, hat im laufenden Monat 9 % aufgeholt und liegt mit minus 24 % nur noch knapp hinter dem Kanzler. Faymann freilich ist in der Kanzlerfrage weiter unbestritten: 24 % würden ihn direkt zum Kanzler wählen; nur 15 % sind für Strache.

© oe24

Faymanns Problem: Die Österreicher bewerten die Regierung immer schlechter. Allein in den letzten zwei Wochen verlor das Regierungsteam im Polit-Barometer 48 % an Zustimmung – und fällt damit auf einen absoluten Tiefstwert. Nur vier Regierungsmitglieder liegen noch im Plus.

Größtes Alarmzeichen: Nach der Zustimmung zur Regierung bricht nun auch die Zustimmung zur bisher unbestrittenen „Schuldenbremse“ ein.

Zwar gibt es bei den Österreichern nach wie vor eine Mehrheit für die Schuldenbremse. 48 % sind für die Aufnahme der „Schuldenbremse“ in die Verfassung, 35 % dagegen. Doch die Mehrheit wackelt.

© oe24

Seit der Vorwoche hat die Zahl der Gegner der Schuldenbremse von 26 % auf 35 % um 9 % zugenommen, die Zahl der Befürworter ist von 57 % auf 48 % sogar um 9 % eingebrochen. Die FPÖ, so scheint’s, hat in den nächsten Wochen leichtes Spiel …