Plus 19.000 Euro

Geldregen für die neue Mittelschule

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Im Schuljahr 2009/2010 wird es insgesamt 206 Neue Mittelschulen geben. Das rechnet sich: Jede Schule bekommt jährlich um 19.000 Euro mehr pro Klasse.

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Das Prestigeprojekt von SPÖ-Bildungsministerin Claudia Schmied wird langsam, aber sicher zum Erfolg. Die Zahl der Standorte wird sich im Schuljahr 2009/10 von derzeit 67 auf 206 verdreifachen und die Zahl der Klassen von 166 auf 697 erhöhen. Ein Grund für das große Interesse ist neben modernen, pädagogischen Angeboten (individuelle Förderung, Teamteaching) natürlich das Geld: Jede Klasse in einer Neuen Mittelschule bekommt laut Bildungsministerium sechs Wochenstunden bzw. 19.000 Euro pro Jahr mehr. Eine durchschnittliche Hauptschulklasse hat jährlich 142.500 Euro zur Verfügung.

Plus 1,5 Millionen
„Neue Konzepte brauchen auch mehr Geld“, rechtfertigt das Bildungsressort das höhere Budget. In Vorarlberg möchten zu den bereits bestehenden 24 Neuen Mittelschulen noch 27 weitere mit 78 Klassen teilnehmen. Das bedeutet für die Schulen ein dickes Plus von rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr. Im Schuljahr 2008/09 steht für das Projekt ein Budget von 3,3 Millionen Euro zur Verfügung. Damit wird man in Zukunft nicht mehr auskommen.

Zehn-Prozent-Hürde
Von einer Gesamtschule kann man noch nicht sprechen, da derzeit fast nur Hauptschulen Anträge stellen. Für sie stellt das Projekt aber auf alle Fälle eine Verbesserung dar. Deshalb hat die Neue Mittelschule auch das Potenzial, sich noch erheblich auszuweiten. Da es sich allerdings um Schulversuche handelt, ist gesetzlich eine Zehn-Prozent-Grenze vorgesehen. Das heißt: Pro Bundesland kann nur ein Zehntel der Schulen daran teilnehmen. Daher konnten die 27 Anträge in Vorarlberg noch nicht genehmigt werden, weil in dem kleinen Land diese Grenze schnell erreicht war. Das ÖVP-regierte Bundesland macht nun Druck, damit diese Barriere fällt. Wenn ein Land so innovativ wie Vorarlberg sei, erwarte er, dass es nicht gebremst werde, ließ Landesrat Siegfried Stemer ausrichten. Christian Kompatscher, Projektleiter der Neuen Mittelschulen in Vorarlberg, fordert eine rasche Lösung. An Schmied wird es sicher nicht scheitern, aber derzeit müsse sie sich an das Gesetz halten, heißt es aus ihrem Ressort. Einer Ausweitung steht sie natürlich positiv gegenüber.

ÖVP lenkt ein
Da der neue ÖVP-Klubchef im Parlament, Karl-Heinz Kopf, auch Vorarlberger ist, dürfte eine Lösung in Reichweite sein. Kopf hat die Ministerin bereits um eine Verhandlungsrunde der Bildungssprecher im Jänner gebeten. Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) signalisierte ebenfalls Gesprächsbereitschaft. Der Schwenk ist bemerkenswert, denn gerade die ÖVP hatte die Schulreform bei zähen Verhandlungen im Vorjahr nur deshalb abgenickt, weil es lediglich ein Schulversuch mit einer Zehn-Prozent-Grenze war. Schmied gab sich damals bescheiden und rechnete mit nur 30 bis 40 Standorten. Nun kann sie sich über 206 Mittelschulen freuen und die Weichen für mehr Standorte stellen.