Aktionswoche
Gewerkschaft fordert 1.700 Euro Mindestlohn
Die Gewerkschaft macht eine Aktionswoche für einen Mindestlohn von 1.700 Euro brutto für einen Vollzeitjob. Das entspricht derzeit 1.253 Euro netto, mit der Steuerreform sollten es ab 2016 1.311 Euro netto sein, rechnet die Gewerkschaft vor. Am meisten davon profitieren würden Frauen, junge Menschen und Menschen mit geringer Ausbildung, die derzeit am häufigsten niedrigere Einkommen haben.
Kollektivverträge
Das im Rahmen von Kollektivverträgen vereinbarte niedrigste Einkommen sei von 1.000 Euro im Jahr 2008 auf 1.300 Euro 2010 gestiegen, rechnete Wolgang Katzian, Chef der Gewerkschaft GPA-djp, am Montag in einem Pressegespräch in Wien vor. In einzelnen Bereichen wie dem Handel gelte seit 2014 ein Mindestlohn von 1.500 Euro brutto (1.161 Euro netto), die Metaller haben jetzt schon mindestens 1.700 Euro brutto. Diesen Mindestlohn für alle will die Gewerkschaft nun in den nächsten fünf Jahren erreichen. Derzeit haben etwa 25 Prozent der Beschäftigten weniger, das sind fast 800.000 unselbstständig Beschäftigte. 270.000 Menschen (12 Prozent der Vollzeitbeschäftigten) verdienen derzeit sogar weniger als 1.500 Euro brutto.
Kein gesetzlicher Mindestlohn
Einen gesetzlichen Mindestlohn will die Gewerkschaft allerdings nicht. 98 Prozent der Arbeitsverhältnisse unterlägen einem Kollektivvertrag, der nur von den Sozialpartnern geändert werden können. Ein gesetzlicher Mindestlohn könnte hingegen von der Regierung mit einfacher Mehrheit sogar abgesenkt werden, ohne dass die Gewerkschaft etwas dagegen tun könnte. Und in Krisenländern sei dies zuletzt auch geschehen.