Grippe & Coronavirus

Polit-Krimi um 1,6 Millionen alte Grippe-Masken

12.02.2020

Wegen Grippe-Epidemie und Corona-Gefahr sind Atemschutzmasken Mangelware. Von Spitälern werden sie aber mittlerweile empfohlen.

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© Fred DUFOUR / AFP; APA/ROLAND SCHLAGER
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Das Gesundheitswesen kämpft an zwei Fronten: Von Osten droht Gefahr durch das Corona-Virus und von Westen breitet sich die Grippe aus.
Von welcher Seite mehr Ungemach zu erwarten ist, hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober klargestellt: „Von der Grippe sind in Österreich viel, viel, viel mehr Menschen betroffen als vom Corona-Virus in ganz Europa.“

Ausverkauft

Die österreichischen Spitäler gaben nun eine dringende Empfehlung für das Tragen von Schutzmasken aus. Allerdings: Masken sind vielerorts ausverkauft.
Prüfung. Deswegen prüft das Ministerium derzeit die 1,6 Millionen im Jahr 2006 vom Staat angeschafften Grippemasken – damals noch von VP-Ministerin Maria Rauch-Kallat, Anlass war die Vogelgrippe.

14 Jahre im Lager

Das Problem: 2016 sind sie abgelaufen, die Evaluierung des Bestands dauert an. Experten müssen prüfen, ob sie noch genug ­Filterwirkung besitzen. Die Masken lagern seit 14 Jahren in einer Salzburger Kaserne bei Bischofshofen.

Corona-Chaos: Mehr als 100 Tote in nur 24 Stunden

Covid-19, wie das Corona-Virus offiziell heißt, breitet sich rasant aus. Innerhalb von 24 Stunden wurden aus der China-Provinz Hubei 2.015 Neuinfektionen und 100 weitere Todesfälle gemeldet – die Dunkelziffer wird auf ein Vielfaches geschätzt.
Und: Der Höhepunkt der Epidemie steht erst bevor. Experten prognostizieren, dass die Zahlen in einer Woche in die Höhe schießen. Diese erschreckenden Fakten führen weltweit zu Konsequenzen.

© AFP

China-GP gecancelt

➔ Angst um Vettel, Hamilton & Co. Der für 19. April geplante Grand Prix von China ist am Mittwoch wegen des Coronavirus auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Das Rennen soll später in diesem Jahr nachgeholt werden.

Größte Handymesse vor Aus

➔ Infektionsangst. Krisenstimmung und aufkommende Panik auch bei den Veranstaltern der weltgrößten Handymesse, des Mobile World Congress (MWC) in Barcelona. Immer mehr Unternehmen sagten ihre Teilnahme an dem für 24. Februar angesetzten Event ab. Am Abend war klar: Die  Messe wird heuer gänzlich gecancelt.

Weltwirtschaft ist in Gefahr

➔ Krise. Die Viruskrise in China trübt zusehends auch die Konjunkturaussichten ein. Die Deutsche Bank hält sogar eine Rezession für möglich. Die US-Notenbank erklärte, dass die Epidemie das globale Wachstum bremse.

EU-Sonderrat

Morgen treffen in Brüssel die EU-Gesundheitsminister zusammen, um Notfallmaßnahmen und Ansätze zur Verhinderung einer weiteren Verbreitung des Virus innerhalb der EU zu besprechen. Österreich wird durch Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) vertreten.

© Robert Moser

13 Österreicher, davon vier Kinder, weiter in Quarantäne

Die regelmäßigen Tests bei allen aus dem Virus-Epizentrum in China ­zurückgekehrten  Österreichern fallen negativ aus. Trotzdem müssen alle 13  Betroffenen die vollen 14 Tage in Quarantäne aus­harren.

Besonders bitter ist das für die vier Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. In den nur wenige Quadratmeter großen Quartieren ist wenig Raum, um herumzutollen. Die Sechsjährige darf die Quarantäne-Unterkunft bereits Ende der Woche ver­lassen.

Wie langweilig es in Quarantäne ist, schildert der Tiroler Robert Moser im Gespräch mit Radio Austria: „Ich schaue viel aus dem Fenster. Mittlerweile weiß ich, dass das Haus gegenüber 853 Dachziegel hat.“   

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