Der Plan: Was jetzt kommen soll

Harte Regeln für Ski-Urlaub: Hütten-Verbot und Pisten-Polizei

Was dürfen wir im Corona-Winter? Diese neuen Regeln sickerten bereits durch.
Zur Vollversion des Artikels

Kanzler Kurz sagte es im ÖSTERREICH-Interview ganz klar: „Skitourismus wie früher, mit Après-Ski und dem Drumherum, wird es definitiv nicht geben.“ Jedem müsse bewusst sein, „dass wir noch Wochen und Monate mit gewissen Einschränkungen leben müssen“.

Einen völligen Pisten-Lockdown und Skistopp in den Alpen bis Mitte Jänner, wie es Italien, Frankreich und Deutschland fordern, wird es nicht geben. Österreichs Bergbahnbetreiber, Hoteliers und Gastronomiebetreiber wollen aber endlich Planungssicherheit zu den Regeln für den Ski-Urlaub: „Wir wollen klare Regeln, wann und wie wir aufsperren dürfen“, so Wolfgang Hettegger von Snow Space Salzburg zu ÖSTERREICH. Am Mittwoch wollen Kanzler Kurz, Minister Anschober und Tourismusministerin Köstinger die neuen Regeln für den Wintertourismus präsentieren: „Es wird von den Infektionszahlen abhängen, wann wir mit der Öffnung beginnen“, so Köstinger.

Hütten-Verbot: "Maximal Take-away ist erlaubt"

ÖSTERREICH liegen erste Details der Regeln für den Ski-Urlaub vor:

  • Hotels. Ein Beherbergungsverbot, wie es Kanzlerin Merkel für die Feiertage forderte, wird es in Österreich nicht geben. Hotels sollen vor Weihnachten öffnen können. Allerdings ohne Barbetrieb und mit strengen Sicherheitsauflagen. Auch Wellnessbereiche könnten geschlossen bleiben.
  • Gastronomie. Fix ist, dass es den Hüttenzauber in der bisherigen Form nicht geben wird. Ursprünglich wollte man die Gastronomie um den 20. 12. wieder öffnen. Jetzt dürften die Hütten auch über Weihnachten zubleiben. Maximal ein Take-away-System wird erlaubt sein. Après-Ski und Schneebars sind jedenfalls untersagt.
  • Sport im Freien. Bergbahnen und Lifte sollen im Dezember öffnen dürfen. Aber: strenge Maskenpflicht und Personenregeln auf Pisten und in Gondeln. Das heißt beispielsweise: Auf einen Achtersessellift dürfen nur vier Personen.
  • Pisten-Polizei. Eigene Alpinpolizisten sollen strikt die Reglen auf Pisten und bei den Bergbahnen kontrollieren. Menschenansammlungen vor Kassen und beim Ein­steigen darf es nicht geben.

Wolfgang Hettegger: "Das wäre für uns ein Dolchstoß"

Wolfgang Hettegger ist Chef von Snow Space Salzburg Bergbahnen (Flachau, Wagrain, St. Johann).

ÖSTERREICH: Was fordern Sie?

Wolfgang Hettegger: Klare Regeln und gleichzeitige Öffnung der Hotels und Bergbahnen. 80 % unserer Kunden sind Bettengäste, 20 % Tagesgeschäft. Fallen wir unter 10 % Tagesauslastung, zahlt sich der Betrieb nicht aus. An Spitzentagen haben wir 36.000 Gäste, 10 % wären 3.600 oder weniger.

ÖSTERREICH: Ist Skisport ohne Gastronomie denkbar?

Hettegger: Skisport ist sicher, alle wollen ein Freizeiterlebnis. Ein Gastronomieverbot wäre für uns der Dolchstoß.

(wek)