Vor Verbot

Immer mehr Frauen mit Burka

01.02.2017

Burka- und Nikab-Verbot trifft nicht nur Touristinnen – sondern mehrere Hundert Frauen mit Migrationshintergrund.

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In der Wiener Innenstadt sowie im Bundesland Salzburg sorgt das geplante Burka- und Nikab-Verbot für große Aufregung – bangt man doch um die zahlungskräftige Kundschaft aus dem arabischen Raum – besonders aus Saudi-Arabien.

Im Integrationsministerium von Sebastian Kurz (ÖVP) weist man aber zurück, dass das Verbot nur Touristinnen betrifft. Die Vollverschleierung durch Burka und Nikab „nimmt durchaus zu“.

Verbot sieht Strafe von 150 Euro und Festnahme vor

■ Das Verbot soll ab 1. Juli gelten, das Tragen von Burka und Nikab soll mit 150 Euro Strafe belegt werden. Weigert sich die Frau, den Schleier abzunehmen, droht sogar die Festnahme.

■ Mehrere Hundert Frauen. Die Zahl der Betroffenen ist schwer festzumachen – Insider gehen aber von „mehreren Hundert Frauen“ aus, die nur noch vollverschleiert auf die Straße gehen.

Migrantinnen aus Bosnien und aus Tschetschenien

Salafismus. Die Vollverschleierung habe, so die Experten aus dem Kurz-Ministerium, durchwegs einen salafistischen Hintergrund. Das ist jene fundamentalistische Strömung des Islam, die durchwegs die Religion über weltliche Gesetze stellt.

Nationalitäten. Laut Inte­grationsministerium handle es sich dabei vor allem um Migranten aus Tschetschenien bzw. um deren Partnerinnen und Ehefrauen. Dahinter kämen demnach Frauen aus Bosnien und dem Irak.

Betroffene Bezirke. ÖSTERREICH-Leser sind an dem Thema sehr interessiert – in den letzten Wochen bekamen wir Fotos von vollverschleierten Frauen zugeschickt. Laut Integrationsministerium wohnen Nikab- und Burkaträgerinnen hauptsächlich in Wien: Konkret in den Bezirken 10. (Favoriten), 20. (Brigittenau) und 23. Liesing.

Immer lautere Proteste 
der Musliminnen

Nicht nur der Tourismus, auch die Islamische Glaubensgemeinschaft läuft Sturm gegen das Verschleierungsverbot: „Für betroffene Frauen hat es dramatische Folgen, es bliebe ihnen nichts anderes übrig, als zu Hause zu bleiben“, so ihre Sprecherin Amina Baghajati.(gü)

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