Politik-Insider

Impf-Stiftung mit Israel kommt

© Dragan Tatic
ÖSTERREICH war bei der Israel-Reise des Bundeskanzlers live dabei.
Zur Vollversion des Artikels

Israel. „Immer mehr Staaten rufen mich an und wollen auch bei unserer Allianz mitmachen“, sagte heute ein sichtlich erfreuter wahlkämpfende Benjamin Netanjahu im King David. Das legendäre Hotel in Jerusalem hat seit März 2020 de facto geschlossen. Heute wurde es zum Schauplatz eines Treffens von Israels Premier, Kanzler Sebastian Kurz und der dänischen Premierministerin Mette Frederiksen. Man werde eine „Joint Foundation“ – eine Stiftung – für Forschung und Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen entwickeln. Österreich könnte zusammen mit Israel und Dänemark bis zu 50 Millionen einzahlen, berichtete Kurz. Der Österreicher und die Dänin lobten Israel als „Vorbild“.

Die Reise – Kurz flog mit Frederiksen für ein paar Stunden nach Israel – bot einen Einblick in die Zukunft: Noch ist der Flughafen Ben Gurion für normale Passagiere geschlossen – nur 1000 Personen pro Tag dürfen rein und müssen sich in Quarantäne begeben – überall, auch auf der Straße herrscht Maskenpflicht. Aber, Impfweltmeister Israel hat bald seine Bevölkerung durchgeimpft und verteilt den zweifach Geimpften einen grünen Pass.

Wie das funktioniert, zeigte Netanjahu Kurz und Frederiksen in einem Fitnesscenter in Medei‘in. Die immunisierten, dürfen dort bereits wieder trainieren. Die anderen nicht.

© Dragan Tatic
© Dragan Tatic

Das soll es künftig auch im EU–Raum geben, meint Kurz. Mit Israel soll es eine wechselseitige Anerkennung und Reisefreiheit – für Geimpfte – geben.

Heute war die Bewegungsfreiheit freilich noch eingeschränkt – die mitgereisten österreichischen und dänischen Journalisten befanden sich im King David Hotel in erweiterter Quarantäne. Und auch die Gespräche von Netanjahu, Kurz und Frederiksen fanden – abgesehen vom Kurztrip in das Fitnesscenter – ausschließlich in Suiten des King David statt.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass uns die Pandemie noch lange Zeit beschäftigen wird mit neuen Mutationen. Darauf müssen wir uns rechtzeitig vorbereiten und Impfstoff der zweiten Generation für die neuen Mutationen herstellen“.

Man müsse jetzt aus den Fehlern des vergangenen Jahres lernen und bereits jetzt für die nächsten Mutationen und Pandemie vorbauen, waren sich die drei einig. Kurz hatte auch den Vizerektor der Med–Uni Wien Markus Müller dabei, der mit dänischen und israelischen Kollegen auch die wissenschaftliche Kooperation vorantreiben will.

Isabelle Daniel, Israel