Ab Herbst

Kindergarten in Wien für alle Altersgruppen gratis

01.03.2009

Bisher war lediglich fix, dass das letzte Kindergartenjahr kostenlos sein wird. Häupl verkündet jetzt kostenlose Betreuung für alle Altersgruppen.

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Der Kindergarten in Wien wird künftig zur Gänze gratis angeboten. Das hat Bürgermeister Michael Häupl (S) bei der Klubklausur der Wiener SPÖ im burgenländischen Rust am Freitag angekündigt. Schon ab Herbst wird es den "beitragsfreien" Kindergarten für Kinder von "null bis sechs Jahren" geben, so Häupl.

Nicht an Zukunft sparen
Bisher war lediglich fix, dass das letzte Kindergartenjahr - entsprechend dem Koalitionsübereinkommen - kostenlos sein wird. Dafür gibt es auch Geld vom Bund. An der Zukunft der Kinder soll nicht gespart werden, erklärte der Wiener Bürgermeister: "Selbstverständlich haben auch wir zur Lösung dieser Zukunftsfragen unseren Beitrag zu leisten."

75 Mio. Euro Mehrkosten
Der Stadt wird die Maßnahme jährliche Mehrkosten von rund 75 Mio. Euro bescheren. Damit rechnen zumindest die verantwortlichen Mitglieder der Wiener SP-Stadtregierung, also Bürgermeister Michael Häupl, Jugend- und Bildungsstadträtin Grete Laska sowie Finanzstadträtin Renate Brauner.

226 Euro Ersparnis
Ab kommendem September fällt somit der Besuchsbeitrag für den Kindergarten weg. Einzig der Essensbeitrag fällt weiterhin an. Er beträgt 53 Euro im Monat. Eine bisher voll für den Kindergarten zahlende Familie erspart sich künftig 226 Euro pro Monat und Kind. Keine Änderung gibt es für all jene, die aufgrund der sozialen Staffelung schon bisher keine Beiträge bezahlt haben.

Häupl voller Lob
Häupl lobte die Maßnahme als "größte Mittelstandsförderung". Wien, so versicherte er, könne sich das leisten. "Wir wollten klotzen und nicht kleckern", erklärte der Bürgermeister. Familien würden dadurch gestärkt, der Konsum angekurbelt, was gerade in Krisenzeiten wichtig sei. Verwiesen wurde auch auf die österreichweit "längsten Öffnungszeiten" bei Kindergärten sowie auf die durchgängige Betreuung in den Ferien.

Geld von Bund
Noch nicht in den Mehraufwand eingerechnet ist jener Betrag, den die Stadt vom Bund für das letzte Kindergarten-Jahr erhalten wird. Die Verhandlungen dazu beginnen nächste Woche. "Ziel ist es, vom Bund möglichst viel zu bekommen", sagte Häupl.

Dass es Probleme bei den Verhandlungen geben könnte, glaubt der Wiener Bürgermeister nicht, wobei er dem Bund die Rute ins Fenster stellte: "Weil sonst könnte jemand auf die Idee kommen, dass der verpflichtende Kindergarten eigentlich eine Schule ist." Eine solche wäre zur Gänze vom Bund zu bezahlen.

Häupl kontra Marek
Häupl übte Kritik daran, dass sich das verpflichtende Kindergartenjahr nun offenbar verzögert - wie Staatssekretärin Christine Marek (V) angekündigt hat: "Da kann ich nur sagen: Freunde, das geht nicht." Die ÖVP, so meinte Häupl, sei selbst "sehr pingelig", wenn sie von SPÖ-Regierungsmitgliedern die Einhaltung des Regierungsübereinkommens einfordere. Wenn es sie selbst betreffe, sei plötzlich genug Zeit da.

Der Kindergarten, so betonte Häupl, sei eine Bildungseinrichtung. "Kindergarten ist keine Kindergarderobe, wo man temporär die Kinder abgibt, sondern der Kindergarten ist eine pädagogische Einrichtung." Dort, wo der Kindergarten flächendeckend ganztägig angeboten werde, gebe es aber auch eine hohe Frauenerwerbsquote - so wie in Wien.

Dies seien die Gründe, warum nun der Gratis-Kindergarten kommen solle: "Es hat keinen Sinn, hier an dem einen oder anderen Rädchen zu drehen." Man müsse deshalb ein großes Modell vorstellen. Nun sollten die Gespräche mit den Trägerorganisationen und die finanzielle Vorbereitung erfolgen. Es dürfe jedenfalls keine Qualitätsabstriche geben, betonte Häupl.

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