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Konrad: "Das Boot ist nicht voll"

15.09.2015

Flüchtlingskoordinator Christian Konrad stellte am Dienstag seine Pläne vor.

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Das Motto „Hingehen statt wegsehen“ hat Ex-Raiffeisenchef Christian Konrad für sein neues Amt als Flüchtlingskoordinator gewählt. Am Dienstag präsentierte er seine Pläne.

Asylverfahren sollen schneller geführt werden

  • Quartiere. Bis Jahresende erwartet Konrad 85.000 Flüchtlinge. Für sie müssen noch 35.000 Unterkünfte geschaffen werden – 15.000 vom Bund, 20.000 von den Ländern.
  • Standards. Diese will Konrad „überdenken“. Er will Vorgaben wie „drei statt zwei Duschen“ ändern, um leichter Quartiere zu finden.
  • Asylverfahren. Für Kriegsflüchtlinge sollen die Verfahren beschleunigt werden. Es brauche mehr „Manpower“ bei den Beamten.
  • Traiskirchen. Obdachlose gibt es keine mehr, Konrad will aber auch die „Zelte leeren“ (siehe Interview).
  • Kirchen. Am Donnerstag trifft Konrad Erzbischof Christoph Schönborn, um auch die Kirche noch mehr einzubeziehen.

Konrad arbeitet auf ein Jahr befristet und sieht seine Aufgabe als durchaus erledigbar ein. „Das Boot ist noch lange nicht voll.“ (knd)

Konrad: »Die Lage in Traiskirchen bessern«

ÖSTERREICH: Sie wollen die Zustände in Traiskirchen verbessern. Was muss passieren?
Christian Konrad: Wir haben schon einiges getan. Wir haben die hygienischen Zustände und die medizinische Versorgung verbessert. Es gibt keine Obdachlosen mehr, nur noch private Zelte. Mein Ziel ist es, die kleinen und großen Zelte zu leeren.

ÖSTERREICH: Das haben Sie in relativ kurzer Zeit gemacht. Wurden in der Vergangenheit Fehler gemacht?
Konrad: Ich schaue nach vorne. Ich bin nicht als Revisor gekommen, sondern stehe dafür, in Zukunft zu optimieren.

ÖSTERREICH: Müssen Sie als Manager im neuen Job ein bisschen umdenken?
Konrad: Absolut. Ich war in den letzten 20 Jahren ja nicht operativ tätig. Der Umgang mit den Menschen und die Eigenheiten Österreichs sind aber die gleichen.

ÖSTERREICH: Wann kommt Ihr Büro-Container?
Konrad: Die Entscheidung ist noch nicht gefallen.

ÖSTERREICH: Weitere politische Ambitionen nach diesem Job streiten Sie ab?
Konrad: Da muss ich nichts abstreiten, das war immer so und bleibt so. Da brauch ich keinen Notariatsakt.

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