Keine Versöhnung

Lehrer wollen jetzt in Streik gehen

12.03.2009

Die Lehrer sehen im befristeten Mehrunterricht ein "Täuschungsmanöver". Jetzt wollen sie streiken.

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© APA/Harald Schneider
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Ohne Ergebnisse ist das zweite Treffen zwischen SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia Schmied und der Lehrergewerkschaft am Donnerstag zu Ende gegangen. Inhaltlich gab es keine Annäherung, die Gewerkschaftsseite lehnte das Kompromissangebot Schmieds, die von ihr geplante Ausweitung der Unterrichtspflicht auf zwei Jahre zu befristen, ab und bezeichnete es als "Täuschungsmanöver", so der Vorsitzende der BMHS-Lehrergewerkschaft, Jürgen Rainer.

Freitag kommender Woche wird weiter verhandelt.

Ihre Meinung zum Lehrerstreit

Keine Gegenvorschläge
Schmied kritisierte nach dem Gespräch, dass die Gewerkschaft keine Alternativen dargelegt habe und weder auf ihren Vorschlag nach Befristung des Mehrunterrichts eingegangen sei, noch auf den von ÖVP-Finanzminister Josef Pröll (Kombination aus höherer Unterrichtsverpflichtung und Gehaltseinsparungen). Sie erwartet nun, dass die Gewerkschaft über ihre Vorschläge intern verhandelt.

Lehrer-Spitzentreff geplant
Das wird auch stattfinden: Mitte kommender Woche soll es ein Treffen der fünf in der ARGE Lehrer zusammengeschlossenen Lehrer-Sektionen mit der gesamten Spitze der Gewerkschaft öffentlicher Dienst geben. "Es wird alle interessieren, dass Schmied und Bundeskanzler Werner Faymann sich vorstellen können, das auch gegen den Willen der Sozialpartnerschaft durchzusetzen", so der Vorsitzende der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft, Walter Riegler.

Budget nicht offengelegt
Die Pädagogen können auch nicht nachvollziehen, wieso sie das Bildungsbudget nicht einsehen dürfen. Jede Regierung der Welt müsste einsehen, dass derjenige, der zur Kasse gebeten wird, auch Informationen haben will, so Riegler. Andernfalls gäbe es auch keine Vorschläge von Seiten der Gewerkschaft. Schmied zufolge liegen alle relevanten Zahlen auf dem Tisch, Details aus dem Budget werde sie, wie mit Pröll vereinbart, auch weiterhin "nicht aus der Hand geben".

Erste Schulen streikbereit
Die Lehrer des Wiedner Gymnasiums in Wien, das auch die Sir Karl Popper-Schule für hochbegabte Schüler beherbergt, haben sich bei ihrer Dienststellenversammlung für einen Streik bereiterklärt. Auch aus der HTL Mödling wurde von einer hohen Streikbereitschaft der Pädagogen berichtet.

Rainer sieht für die BMHS-Lehrer insgesamt eine Streikbereitschaft zwischen 90 und 100 Prozent. Angedroht wird nun Dienst nach Vorschrift.

Aus Kärnten meldet Vize-Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger von der SPÖ ebenfalls "eine hundertprozentige Zustimmung für weiter Maßnahmen wie Warnstreiks".

Im Wesentlichen sieht das Lehrpersonal keinen Grund für die zusätzliche Zeit im Klassenzimmer, fürchtet Mehrarbeit auf sich zukommen und sieht Arbeitsplätze bedroht.

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