Polit-Barometer

Mehrheit der Österreicher für Neuwahl

01.10.2011

85 % sind unzufrieden, erstmals will eine Mehrheit Neuwahlen.

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Die Regierung verliert immer mehr an Zustimmung: 85 % sind unzufrieden, erstmals will eine Mehrheit Neuwahlen. Die SPÖ wäre mit 29 % Sieger.

Polit-Barometer
Die Unzufriedenheit der Wähler mit der Regierung hat laut neuestem Gallup-Politbarometer einen neuen Höhepunkt erreicht: 85 % sind mit der Regierung unzufrieden – nur noch 11 % bewerten die Regierungsarbeit positiv.

Unter den Wiener Wählern sind überhaupt nur noch 5 % mit der Bundesregierung zufrieden, aber 93 % (!) unzufrieden. Ein Negativrekord.

Noch dramatischer: Nach den gegenseitigen Attacken der letzten Wochen spricht sich erstmals eine Mehrheit der Wähler für Neuwahlen aus: 51 % wollen, dass neu gewählt wird – bei den Jungen (unter 30) sind es schon 64 %, bei den Opinion Leadern sogar schon 73 %.

 


FPÖ schafft Sprung an die Spitze nicht: Mit 26 % Nr. 2
Klarer Sieger bei Neuwahlen wäre die SPÖ. Die Anti-Faymann-Kampagne der letzten Wochen hat zwar dem Kanzler persönlich geschadet (im Polit-Barometer verliert er 4 %) – die SPÖ liegt aber weiter auf Platz 1.

29 % der Wähler würden derzeit die Faymann-Partei wählen – die FPÖ schafft es mit 26 % auf Platz 2.

Keine Rede davon, dass Strache den Sprung auf Platz 1 geschafft hätte. Sowohl in Rohdaten als auch in der Hochrechnung liegt die FPÖ 3 % hinter der SPÖ.

Vorerst hoffnungslos auf Platz 3: die ÖVP mit 24 %
Paradox: Ausgerechnet die Grünen, die die Korruption aufdecken, verlieren 1 Prozent, fallen auf nur 13 %. Damit hätte Schwarz-Blau wieder die 50 %-Mehrheit.

Bei der Koalitionsfrage will freilich erstmals eine klare Mehrheit von 22 % Rot-Grün, nur mehr 19 % sind für die Große Koalition – und nur 16 % wünschen sich Schwarz-Blau.

Im Regierungs-Ranking verlieren nur Töchterle und Heinisch-Hosek, alle anderen Minister legen zu. Die wahre Sensation ist Staatssekretär Kurz, der nach einem Durchmarsch mit plus 20 % in den letzten Monaten nun kurz vor Platz 1 steht.

Der ÖVP schadet Streit am meisten

Für die ÖVP kann der U-Ausschuss gefährlich werden. Laut Gallup-Umfrage glauben 53 %, dass die Korruptionsvorwürfe der ÖVP am meisten schaden. Nur 11 % sehen Schaden bei der FPÖ, nur 4 % sehen das BZÖ unter Druck – immerhin 22 % glauben, dass die Inserate-Vorwürfe der SPÖ schaden.

73 % der Österreicher halten laut Gallup alle österreichischen Politiker für korrupt. Nur 12 % glauben an die Sauberkeit unserer Politiker. In Wien halten schon 83 % alle Politiker für korrupt, nur 7 % glauben an saubere Politiker.

28 % glauben, die ÖVP sei schuld, dass in der Regierung nichts weitergeht – nur 6 % die SPÖ. Aber 66 % halten beide für schuldig.

Nur 21 % der Österreicher können sich Strache als Kanzler vorstellen – aber 71 % lehnen ihn klar ab.

Dramatisch wird das Votum der Österreicher zu Griechenland: Schon 53 % wollen, dass man die Griechen in eine geordnete Pleite schickt. Nur noch 29 % sind dafür, den Griechen mit einem Rettungsschirm zu helfen. In zwei Wochen hat die Zustimmung zur Pleite um 10 % zugelegt.

 



 

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