Das sagt ÖSTERREICH
ORF muss komplett aufräumen
11.03.2026
Ein Kommentar von Politik-Chefredakteurin Isabelle Daniel.
Schlangengrube. Das Bild, das der ORF derzeit abgibt, wäre ein passendes Drehbuch für eine Seifenoper: Fehden, Fehlverhalten, Rachegelüste und viel zu viele Naheverhältnisse zu Parteien schweben im Raum. Der Rücktritt von Roland Weißmann als ORF-Chef nach Vorwürfen - er bestreitet diese - von einer Mitarbeiterin geht es jetzt auch um die Glaubwürdigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Ist der Stiftungsrat - also das Aufsichtsratsgremium des ORF - in der Lage, wirklich alle Vorwürfe gegen alle lückenlos aufzuklären? Oder wird wieder versucht, mittels Schweigeabkommen und Deals vieles unter den Tisch zu kehren? Politik muss endlich raus.
Krise als Chance
Diese Krise jetzt ist aber auch eine echte Chance, den ORF endlich zu entparteipolitisieren. Es geht einfach nicht mehr, dass Führungsleute des ORF streng nach Parteipräferenzen ausgesucht und gewählt werden. Im August findet die ORF-Geschäftsführungswahl statt. Und bei dieser sollte tatsächlich der oder die Beste neuer Chef/Chefin im ORF werden. Und dann endlich dafür sorgen, dass transparent aufgeräumt und modernisiert wird. Sonst wird sich der ORF schlicht selbst abschaffen, weil das Drehbuch dieser ORF-Soap einfach die Zuseher & Zahler verjagt.