Das große ÖSTERREICH-Interview

Mückstein: "Wurde nicht zu Grünem Pass gefragt"

Der neue Gesundheitsminister im ersten ÖSTERREICH-Interview.
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ÖSTERREICH: Wie lange haben Sie überlegt, ob Sie diesen Höllenjob, so muss man es fast bezeichnen, annehmen?

Wolfgang Mückstein: Etwa vier Stunden. Um halb zehn war ich in der Ordination, Werner Kogler hat mich angerufen. Ich hab den Patienten fertig behandelt und hab ihm dann nach einem ­längeren persönlichen Gespräch am Nachmittag um halb zwei zugesagt.

ÖSTERREICH: Wie schätzen Sie die Corona-Lage ein?

Mückstein: Wir haben den Höhepunkt der dritten Welle leicht überschritten; er liegt hinter uns, und es geht langsam runter. Wir haben das Ziel erreicht, dass die Intensivbetten auf sehr hohem Niveau keinen Zulauf mehr kriegen. Oberste Maxime muss sein, gesicherte freie Intensivbetten zu haben. Dann können wir über Öffnungsschritte reden.

ÖSTERREICH: Sie wurden in einigen Kommentaren als Lockdown-Hardliner bezeichnet. Sind Sie das?

Mückstein: Wenn Leute sterben müssen, die nicht sterben müssten – und ich spreche auch von Autounfällen und Herzinfarkten –, dann ist die letzte Möglichkeit ein Lockdown.

ÖSTERREICH: Wird es ein normaler Sommer?

Mückstein: Das hängt davon ab, was wir alle in den nächsten Wochen machen. Es kommt auf jeden Einzelnen von uns an. Die Basismaßnahmen Händewaschen, Abstandhalten, Maskentragen, die sind wichtig.

ÖSTERREICH: Wie geht das Impfen voran?

Mückstein: Jeder Mensch in Österreich, der sich impfen lassen will, erhält bis Ende Juni/Anfang Juli die Erstimpfung.

ÖSTERREICH: Kommt der Grüne Pass am 24. Mai? Davon sprach Staatssekretär Magnus Brunner.

Mückstein: Damit wird er wohl gemeint haben, dass da die achtwöchige Blockade im Bundesrat aus ist, aber das muss er selbst erklären. Wir werden den Grünen Pass ab Anfang Juni in Österreich ausrollen. Alle, die auf den Grünen Pass zugreifen möchten, werden dies dann tun können und sie können ihn dann auch nützen.