Wissenschaft
Neue KI aus Wien liest locker jede Papyrus-Rolle
18.03.2026Die Akademie der Wissenschaften legt den Streit zwischen Künstlicher Intelligenz (KI) und alten Sprachen locker bei.
Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) setzt auf KI: Sie erarbeitet gemeinsam mit den europäischen KI-Unternehmen Mistral AI und SAIL Reply an der Entwicklung eines Large Language Modells (LLM) für Altgriechisch. Apollo - benannt nach dem griechischen Gott des Lichts und Schutzgott der Künste und Wissenschaften - wird die Forschung an altgriechischen Texten vorantreiben. Das Modell wird fortschrittliche Textsuche und automatischen Lückenschluss in Hunderttausenden von bislang unerschlossenen Papyri und Inschriften unterstützen, sodass die präzise Erfassung von Inhalten in Stunden statt in Jahren möglich wird. Denn es gebe beispielsweise eine Million griechischer Papyri weltweit, die noch nie gelesen wurden.
Das ist Pionierarbeit
Die ÖAW und ihre Partner leisten damit Pionierarbeit, denn LLMs befassten sich bislang noch nicht mit einer sich im Laufe der Zeit wandelnden historischen Sprache und der Rekonstruktion stark beschädigter antiker Texte.
Wissenschaftlerin leitet die Entwicklung
Anna Dolganov, Althistorikerin und Papyrologin am Österreichischen Archäologischen Institut der ÖAW, leitet das Projekt. Sie koordiniert die fachliche Begleitung, sorgt für die Einbindung der relevanten Quellen und stellt die wissenschaftliche Qualität sicher. Durch ihre Expertise gewährleistet Dolganov, dass historische Kontextualisierung und methodische Standards eingehalten werden.
ÖAW-Präsident Heinz Faßmann sagt: „Alte Sprachen und Künstliche Intelligenz sind kein Widerspruch. Die Zusammenarbeit unseres Archäologischen Instituts mit Mistral und Reply zeigt, wie die KI auch die geisteswissenschaftliche Forschung vorantreibt.