Westenthaler empört

"Abzocke": ORF verlangt für Schulführungen "Eintrittsgeld"

04.02.2026

Schulklassen, die den ORF-Mediencampus kennenlernen wollen, müssen "Eintritt" zahlen. Stiftungsrat Peter Westenthaler übt scharfe Kritik. 

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© APA/ROLAND SCHLAGER
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"Der ORF zockt die Schüler ab", ärgert sich der von der FPÖ entsandte Stiftungsrat Peter Westenthaler gegenüber oe24. Denn: "Er verlangt für Führungen durchs Haus 165 Euro pro Schulklasse". Bei Erwachsenen würden sogar 280 Euro fällig werden. 

Und das, so Westenthaler, obwohl er "von Zwangsgebührenzahlern" finanziert werde und auch einen Bildungsauftrag habe. Der Öffentlich-Rechtliche "casht brutal bei Schülern ab". Wer den ORF also besuchen möchte, muss zusätzlich zu dem ORF-Beitrag "auch noch ein Eintrittsgeld" zahlen, bilanziert Westenthaler. 

Er fordert Generaldirektor Roland Weißmann dazu auf, "diese Abzocke" sofort zu beenden. Sollte das nicht passieren, werde er im nächsten Stiftungsrat einen entsprechenden Antrag stellen. 

ORF verweist auf Bildungsangebote 

Der ORF sieht das wenig überraschend anders. Auf oe24-Anfrage erklärt man, dass die Bildungs-Angebote des ORF grundsätzlich kostenlos bzw über einen Teil des ORF-Beitrags finanziert werden. "Dass der ORF seinen gesetzlichen Bildungsauftrag in all seinen Medien erfüllt, wird ständig überprüft", so der Öffentlich-Rechtliche. Etwa im Jahresbericht an den Bundeskanzler bzw. im Public-Value-Bericht. 

Zudem verweist der ORF auf Bildungsangebote wie etwa eine kürzlich gestartete Medienkompetenz-Initiative gegen Fake News und Desinformation. Auch die geriet bekanntlich bereits ins Visier der FPÖ.

So argumentiert der ORF die Kosten

Das "Eintrittsgeld" begründet man jedenfalls so: "Bei Führungen durch den ORF Mediencampus wird über einen kleinen Beitrag von 6,6 Euro pro Kind/Jugendliche/n und 12,00 Euro pro Erwachsene/n vom ORF bzw. ORF-Backstage die entsprechende Infrastruktur bereitgestellt, um so viele Schülerinnen und Schüler in so viele Produktionsbereiche wie möglich durch den ORF zu führen." Bei einer Schulklasse mit 25 Kindern summieren sich die 6,6 Euro auf 165 Euro. 

Mit dem "niederschwelligen Beitrag" würden jedenfalls nur "der entsprechende administrative und personelle Aufwand (...) kostendeckend finanziert".