Dass die FPÖ einen oder eine Kandidatin gegen Alexander Van der Bellen ins Rennen schicken wird, hat Parteichef Herbert Kickl schon mehrfach betont – doch dürfte er den Plan, die teure Hofburg-Wahl für einen Zwischenwahlkampf für sich selbst zu nutzen, wieder fallen gelassen haben. Wie die aktuelle Lazarsfeld-Umfragen zeigt, sind die Umfragewerte für den scharfzüngigen Kickl eher bescheiden. Und ein Bauchfleck würde den FPÖ-Chef, der in Wahrheit sechs von neun Landesgruppen gegen sich hat, weiter schwächen.
Kickl will zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen
Eine Kandidatur von Susanne Fürst hätte gleich zwei Vorteile: Die Oberösterreicherin könnte das Potenzial der Impfgegner MFG abgraben. Und: Ein respektables Ergebnis für Fürst würde sie als Kickl-Vertraute in Oberösterreich stärker machen. Ja, Kickl könnte sie längerfristig sogar als Gegenkandidatin zu seinem Intimfeind Manfred Haimbuchner installieren. Der könnte aber gegen seine Landsfrau Fürst als Hofburg-Kandidatin wenig tun.
Fürst brachte sich beim U-Ausschuss selbst ins Spiel
Fürst ließ zwar intern verlauten, sie werde sich sicher nicht verheizen lassen, wie ÖSTERREICH bereits berichtete. Beim U-Ausschuss vergangene Woche brachte sie sich aber selbst ins Spiel – due Entscheidung fällt jedenfalls vor dem Sommer.
Tritt Fürst also an, würde Kickl eine etwaige Niederlage vermeiden – und hätte seinen Gegnern eins ausgewischt, die ihn natürlich am Hofburg-Parkett gerne ausrutschen gesehen hätten.
Kickl will eine Stichwahl erzwingen
Kickls Plan ist klar: Fürst und der unabhängige Kandidat Gerald Grosz sowie auch Bier-Parteichef Marco Pogo (eher links) sowie ein möglicher MFG-Kandidat sollen VdB in eine Stichwahl zwingen – Motto: Viele Hasen sind des Hundes Tod. Nur: Sieht man sich die Umfragewerte an, dürfte das Kalkül eher nicht aufgehen...