Regierung

Frauentag: Holzleitner startet Kampagne "Gerecht oder Geschlecht?"

05.03.2026

 Mit einer Kampagne will Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) für mehr Bewusstsein für strukturelle Benachteiligungen von Frauen sorgen. 

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© APA/GEORG HOCHMUTH
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Mit der Kampagne "Gerecht oder Geschlecht?"  knüpfe man an eine lange Tradition frauenpolitischer Bewusstseinsarbeit an, sagte Holzleitner am Donnerstag bei einer Pressekonferenz anlässlich des bevorstehenden Frauentags. Parallel dazu sollen die geplanten gesetzlichen Vorhaben vorangetrieben werden, betonte sie.

Die Frauenministerin verwies auf die Kampagne "Ganz Männer machen Halbe-Halbe" in den 1990er Jahren unter der damaligen Frauenministerin Helga Konrad oder die Frage deren Vorgängerin Johanna Dohnal (beide SPÖ) "Fragen Sie die Männer warum?". Das seien mehr als PR-Slogans gewesen, sondern wichtige Denkanstöße, meinte Holzleitner. Frauenpolitik sei immer dann erfolgreich gewesen, wenn sie unbequeme Fragen gestellt habe.

"Frauenrechte werden jeden Tag angegriffen"

Auch heute noch würden Frauenrechte jeden Tag angegriffen, verwies sie unter anderem auf Einschränkungen beim Abtreibungsrecht, den "Tradewife"-Trend oder die Entrechtung von Frauen in Afghanistan und in Konflikten weltweit. Neben Maßnahmen gegen Gewalt gegen Frauen wie mit dem beschlossenen Nationalen Aktionsplan sei auch Bewusstseinsarbeit notwendig. Denn Sicherheit sei nicht nur die Abwesenheit von Gewalt, sondern auch ökonomische Unabhängigkeit die Basis für ein freies und selbstbestimmtes Leben.

In der Kampagne sollen daher anhand von plakativen Alltagsfragen bestehende Ungleichheiten thematisiert werden. Etwa dass Frauen immer noch 17,6 Prozent weniger verdienen als Männer, obwohl sie bestens qualifiziert seien und mehr Stunden täglich - viele davon unbezahlt - arbeiten. In den in sozialen Medien sowie auf einer Webseite veröffentlichten optisch in rosa-lila gehaltenen Videos stellt die Schauspielerin Valerie Huber dann die Frage: "Gerecht oder Geschlecht?"

Zudem wurde der 2011 ins Leben gerufene Gehaltsrechner aktualisiert. Parallel arbeite man weiter an gesetzlichen Vorhaben, betonte die Frauenministerin. Die Umsetzung der Lohntransparenz-Richtlinie soll bis zum Sommer im Parlament beschlossen werden, bis Mitte des Jahres soll außerdem der Unterstützungsfonds für Alleinerziehende auf den Weg gebracht werden, kündigte sie an. Zudem soll die Gender-Medizin ausgebaut werden und das Sexualstrafrecht weiterentwickelt und verschärft werden.