Gesundheit
Regierung prescht vor: Impfen in Apotheken soll fix kommen
27.02.2026
Angefeuert durch das Chaos rund um tausende verschwundene Impfdosen sollen Impfungen ab 2027 in Apotheken möglich sein.
Impfungen verhindern vor allem bei Erwachsenen nicht nur akute Infektionen, sondern auch deren oft schwerwiegende Nachwirkungen wie Bewusstseinsstörungen (Delir), Demenz, Herzinfarkte und Schlaganfälle, erklärten Medizinerinnen am Rande einer Experten-Fachtagung in Wien . Die Durchimpfungsraten in Österreich seien aber "bescheiden". Ein Grund dafür sei, dass für erwachsene Menschen das Impfprozedere hierzulande oft zeitaufwendig und nicht immer unkompliziert ist.
Nun, dem will die Regierung jetzt abhelfen. Laut Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) soll noch heuer die gesetzlichen Voraussetzungen für Impfungen in Apotheken geschaffen werden. Babler verspricht eine unbürokratische und einfache Lösung. Das wäre tatsächlich kein kleiner Wurf - wehrt sich doch die Ärztekammer seit Jahrzehnten gegen einen Verlust ihres "Impfmonopols".
Allerdings sind die Durchimpfungsraten in Österreich im europäischen Vergleich eher bescheiden", so Birgit Weinberger vom Institut für Biomedizinische Alternsforschung der Universität Innsbruck. Bei der Influenza ("echte Grippe") empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beispielsweise eine Impfrate von drei Viertel Prozent der Bevölkerung über 65 Jahren, hierzulande ist aber kaum mehr als ein Fünftel dagegen immunisiert.
Das soll jetzt eben anders werden. Babler versprach ein "niederschwelliges Angebot".
Die Ärztekammer hatte Apothekenimpfungen seit Jahrzehnten verhindert, zuletzt aber ein Einlenken signalisiert - wenn es eine Regelung für ärztliche Hausapotheken gibt. Wenn die Apotheken sämtliche rechtlichen und hygienischen Voraussetzungen erfüllen würden, sei er der letzte, der das ablehne, so der Leiter des Ärztekammer-Referats Hausapotheken und Medikamentenangelegenheiten, Silvester Hutgrabner im Herbst des Vorjahres. Ähnlich Kammer-Vize Edgar Wutscher, auch Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte: Der Großteil der Kurie sei der Ansicht: "Ja, man kann über das Impfen reden." Man verlange aber, dass man als Gegenleistung auch über das Dispensierrecht (also das Recht, auch Medikamente abgeben zu dürfen) reden könne.