Wien. Laut der Wiener Gesundheitsbehörde sind 339 Personen dem U-Ausschuss-Cluster zuzurechnen. Dies berichtete das "Ö1"-Morgenjournal am Donnerstag. Darin enthalten sind auch die angegebenen Kontaktpersonen. Die Mehrzahl sind Grüne des oberösterreichischen Landesrats. Der positiv getestete David Stögmüller nahm an der Versammlung teil.
Insgesamt sind 39 Personen mit Hoch-Risiko-Exposition (K1) sind in Quarantäne, darunter prominente Abgeordnete, Mitarbeiter und Journalisten. Sie dürften sich am vergangenen Donnerstag im Parlament angesteckt haben. 300 Personen wurden als K2-Personen mit Niedrig-Risiko-Exposition eingestuft, bestätigten die Wiener Gesundheitsbehörden der APA am Donnerstag einen ORF-Bericht.
Die K1-Kontaktpersonen müssen nun für 14 Tage in Quarantäne, darunter auch geimpfte Personen. Hintergrund ist eine Verschärfung der Vorgaben bei der Kontaktnachverfolgung durch das Gesundheitsministerium für jene, die erst eine Impfdosis erhalten haben (nur beim Vakzin von Johnson & Johnson reicht ein Stich für die Vollimmunisierung).
Die große Zahl der K2-Kontaktpersonen ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Grünen-Abgeordnete Stögmüller im Contact Tracing alle 230 Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Landesversammlung der oberösterreichischen Grünen vom vergangenen Freitag angegeben hat, wie es im "Morgenjournal" hieß.
Schlammschlacht
Darüber, wie das konkret passiert ist, tobt nun eine Schlammschlacht. Gesichert ist, dass FPÖ-Mandatar Christian Hafenecker – er trug im Ausschuss keine Maske und ist auch nicht geimpft – am Freitag ein positives Testergebnis erhielt. Er dürfte also der Ausgangspunkt sein und am Donnerstag – unwissentlich – bereits hochinfektiös gewesen sein. Die ÖVP nennt sein Verhalten „absolut verantwortungslos“ und berichtet von einem „Umtrunk von FPÖ, Neos, Grünen und SPÖ“ nach dem Ausschuss, zu dem die ÖVP nicht geladen gewesen sei. Allerdings sind solche Umtrunke durch Verordnungen der Regierung gedeckt.
Doppelt Geimpfte – und die 3-G-Regel galt
Konter. Nicht alle der Infizierten dürften beim Umtrunk gewesen sein. Zudem habe dort die 3-G-Regel gegolten.
Diese wurde freilich mit dem Fall Hafenecker ad absurdum geführt. Er hatte Donnerstag in der Früh einen Gurgeltest gemacht und das Ergebnis tags darauf erhalten. 72 Stunden davor sei er noch negativ gewesen. Unter den Infizierten sind auch doppelt Geimpfte. Ob es sich um die Delta-Variante handelt, wird noch geprüft. Der Cluster könnte sich freilich noch ausweiten und zeigt: Die Pandemie ist nicht vorbei.