Fronten in Koalition

So brutal wird das "Geheim-Budget"

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Kein Budget im Oktober. Grund: Hinter den Kulissen können sich Kanzler und Vize nicht einigen. Worum die beiden streiten - und was kommt.

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Vor den Kulissen mimen sie wieder das Kuschelpärchen der Nation: SP-Kanzler Werner Faymann und VP-Finanzminister Josef Pröll haben in ungewohnter Eintracht per Brief an die Parlaments-Präsidentin das Budget auf 9. Dezember verschoben.

Wer einen Blick hinter die Kulissen wagt, weiß freilich, dass es nicht nur die Landtagswahlen in der Steiermark und in Wien sind, die diesen „Aufschub“ auslösen – es geht um mehr.

Rot-schwarzes Kräftemessen um 3,4 Milliarden
Immerhin muss die Regierung 3,4 Milliarden Euro ab 2010 einsparen: 1,7 Milliarden sollen ausgabenseitig lukriert werden, der Rest via Steuererhöhungen reinkommen.

Und darüber tobt seit Wochen ein beinhartes Ringen zwischen Kanzler und Vize: Faymann und Pröll sowie Expertengruppen beraten seit Mai ergebnislos über das Budget. Auch in den kommenden Wochen wollen sich beide treffen, um „doch noch Einigungen zumindest in den wichtigsten Fragen möglich zu machen“, so ein VP-Mann. Derzeit prägt freilich ein Klassenkampf die vertraulichen Spitzen-Gespräche.

"Sozialfighter" Faymann
Faymann will sich unbedingt als „Sozialfighter“ profilieren, der vor allem „die Reichen und Verursacher der Krise“ zur Kassa bittet: Er will denn auch eine Bankenabgabe in Höhe von 500 Millionen Euro sowie eine höhere Stiftungssteuer (150 Millionen) und eine Finanztransaktionssteuer von 700 Mio. Euro einführen. Die SPÖ überlegt zusätzlich ganz offen neue Vermögenssteuern – sogar die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer wird angedacht.

Der Finanzminister dagegen drängt stärker darauf, die Ausgaben zu reduzieren (siehe Liste rechts). Pröll will eine Null-Lohnrunde für alle Beamten – Faymann hingegen erst für Beamte ab 1.500 Euro Monatsgehalt.

Keine Einigung in Aussicht
Neben dem Kampf um die Nulllohnrunde für Beamte entzweit vor allem ein weiterer Pröll-Wunsch die Regierung: Der Finanzminister will im neuen Budget auch eine Null-Lohnrunde für alle Rentner – die Pensionen sollen auf das Niveau von 2010 eingefroren werden – dem will Faymann „auf keinen Fall zustimmen“.

Derzeit gehen SP und VP nicht davon aus, dass sich Faymann und Pröll bis Dezember einigen können. Ein Roter sagt: „Wir werden nur das Nötigste beschließen. Die großen Brocken sparen wir uns für das Doppelbudget 2012/13.“ Mit Aufschieben hat man ja Erfahrung.