Diplomaten-Eklat

Strache: Türkischer Botschafter untragbar

10.11.2010

Der FPÖ-Chef bezeichnet Tezcan als "türkischen Nationalisten".

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© ÖSTERREICH/ Kernmayer
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Eine offizielle Entschuldigung des türkischen Botschafters sowie der türkischen Regierung fordert FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache. Außerdem will Strache, dass Botschafter Tezcan umgehend durch einen Diplomaten ersetzt wird, der diese Bezeichnung auch verdient.

Strache: Türkische Nationalisten und Islamisten ermutigt
Tezcan habe sich als türkischer Nationalist entpuppt, der mit dem abendländischen Wertesystem ganz offensichtlich nichts am Hut habe. Allein seine Aussage, dass die Österreicher in der Kopftuchfrage nichts zu sagen hätten, zeige seine verwerfliche und arrogante Geisteshaltung, kritisierte Strache. Ebenso bezeichnend sei es, dass er türkische Lehrer nach Österreich importieren wolle, um die Kinder in Türkisch zu unterrichten. Dies beweise, dass der Botschafter ein Gegner jedweder Integration sei und diese aktiv hintertreiben wolle. Türkische Nationalisten und Islamisten in Österreich würden sich durch solche Aussagen ermutigt fühlen.

Vilimsky kritisiert Umgang mit kurdischer Minderheit
Gerade das türkische Regime, das beispielsweise Angehörige der kurdischen Minderheit knechte, foltere und auch demokratisch gewählte kurdische Politiker und Abgeordnete ohne Angaben von Gründen verhaften lasse, möge tunlichst schweigen, so FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky. Vor diesem Hintergrund den Österreichern eine "liberale und offene Haltung" abzusprechen sei ja wohl der Treppenwitz der diplomatischen Geschichte, meint der blaue Generalsekretär. Wie in Österreich Integration von Zuwanderern eingefordert werde, bestimme niemand anderer als die Österreicher selbst, mit Sicherheit aber nicht der türkische Botschafter.

Jänner: Türkischer Botschafter schenkt Strache Gebetsschnur
Bei einem Treffen mit dem türkischen Botschafter hatte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache Ende Jänner seinen Respekt "gerade vor der türkischen Kultur" bezeugt und jene Türken gelobt, die "fleißig als Arbeiter" in Österreich arbeiteten. Wenn man viel miteinander rede, könne man auch Vorurteile ausräumen, wurde Strache zitiert. Der türkische Botschafter dankte es Strache damals mit einer Gebetsschnur, die der FPÖ-Vorsitzende vor laufenden Kameras in Empfang nahm. Eine türkische Zeitung zitierte den Botschafter mit den Worten: "Ich habe erlebt, dass Herr Strache für unsere heilige Religion und für die Türken in der Welt einen großen Respekt verspürt und danke ihm."
 

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