Gemeinderatswahlen

Watsche für Voves & Schützi, FPÖ siegt

22.03.2015

Reformpartner Voves (SPÖ) und Schützenhöfer wurden gnadenlos abgestraft.

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© TZ Oe/Kernmayer/Bruna /AFP/Getty Images getty
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SPÖ und ÖVP können jetzt nur hoffen, dass das alte Bühnensprichwort von der verpatzten Generalprobe in diesem Fall zutrifft: Denn die Gemeinderatswahl am Sonntag ging – als letzter 
Test vor der Landtagswahl am 31. Mai – schief. Vor allem die SPÖ von Landeshauptmann Voves musste Haare lassen und verlor 5,4 Prozentpunkte. Die ÖVP verlor 4,1, die FPÖ gewann 7,3 Punkte.

In den roten Hochburgen in der Obersteiermark purzelten die Mehrheiten: In Bruck
Mur und Mürzzuschlag war die Absolute weg. Zwar sind Vergleiche wegen der Gemeindefusionen nur bedingt zulässig – dass die Roten hier ein Problem haben, wurde offensichtlich. Nur in Leoben hielt die SP-Mandatsmehrheit knapp. Voves gab sich trotzdem gelassen.“ Von einem Erdrutschsieg der FPÖ könne keine Rede sein.

ÖVP verlor in Eggersdorf gleich 34 Prozentpunkte!
Doch auch die ÖVP erwischte es: minus 4,1. In der Bezirkshauptstadt Leibnitz verlor 17,1 Punkte. In Eggersdorf

Graz der Hammer: : minus 34 Prozentpunkte!
Gewinner: Fast überall die FPÖ. Sie überrundete in der ­Obersteiermark (Bruck, Leoben usw.) sogar die ÖVP.

Parteichef Heinz-Christan Strache konnte am frühen Abend ein Glückwunschtelegramm schicken – und er kann von eine Sensation am 31 Mai träumen...

So wählten die Steirer

Leoben
In der zweitgrößten Stadt der Steiermark ­verloren sowohl die SPÖ als auch die ÖVP. Dass die SPÖ die Absolute in Mandaten noch halten kann, ist eine kleine Sensation, denn der neue Bürgermeister Kurt Wallner musste gegen neun Listen antreten. Zudem unterstützte der langjährige SPÖ-Altbürgermeister Kurt Wallner offen die Liste eines gefeuerten SPÖlers, der mit Untreue-Vorwürfen konfrontiert ist. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die ÖVP verliert 4,7 %, die FPÖ gewinnt 3,8 %. Stark die KPÖ, die auf 10,4 % kommt.

Bruck
In der nordsteirischen Industriestadt Bruck/Mur verloren die Sozialdemokraten mit dem neuen Hans Straßegger ihre traditionelle absolute Mehrheit. Statt bisher 54 Prozent halten sie jetzt bei nur noch 43,9 %. Auch hier ist jetzt die FPÖ (22,1 %, +11,1!) die zweitstärkste Kraft vor der ÖVP (18,26 %) geworden, die KPÖ und die Grünen haben je ein Mandat errungen.

Bruck/Mur wurde mit der Gemeinde Oberaich fusioniert – trotzdem erklärt das die roten Verluste nur bedingt: Der Trend läuft seit Jahrzehnten gegen die SPÖ.

Leibnitz
Satte Verluste muss die ÖVP in Leibnitz verkraften: In der Bezirkshauptstadt, die mit dem ÖVP-dominierten Kaindorf und Seggauberg fusioniert wurde, verloren die Schwarzen 17,13 Prozentpunkte und kommen mit 24,11 % nur noch auf acht Mandate. Die SPÖ dagegen konnte mit Bürgermeister Helmut Leitenberger um 4,45 Punkte zulegen und kratzte mit 49,95 % an der Absoluten. Auch die FPÖ baute ihre Stimmen um 6,63 Punkte aus und kommt nun mit vier Mandaten auf 12,48 Prozent und den dritten Platz.

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