Bundesverdienstkreuz

Warum Michael Schumacher nie den höchsten Orden bekam

19.01.2026

Michael Schumacher ist eine der größten Sportikonen Deutschlands, doch die höchste staatliche Auszeichnung blieb ihm bislang verwehrt.

Zur Vollversion des Artikels
© Getty Images
Zur Vollversion des Artikels

Deutschland. Während Athleten wie Dirk Nowitzki oder Steffi Graf mit dem deutschen Bundesverdienstkreuz geehrt wurden, scheiterten entsprechende Anträge für den siebenfachen Formel-1-Weltmeister gleich zweimal. 2007 lehnte Bundespräsident Horst Köhler eine Auszeichnung ab, ein weiterer Vorstoß 2011 unter Christian Wulff wurde ebenfalls zurückgewiesen. Die offizielle Begründung lautete, Schumachers sportliche Leistungen seien bereits mit dem Silbernen Lorbeerblatt (Anm. höchste deutsche Auszeichnung für sportliche Spitzenleistungen) ausreichend gewürdigt worden; zudem gelte sportlicher Erfolg als Berufsausübung und nicht als ehrenamtliches Engagement.

Unterstützer verwiesen dagegen auf Schumachers umfangreiche soziale Aktivitäten. Seit Mitte der 1990er-Jahre finanzierte er eine Kinderklinik in Sarajevo, Schulen im Senegal, engagierte sich als UNESCO-Sonderbotschafter, setzte sich für Verkehrssicherheit ein und spendete Millionen für die Flutopfer in Thailand. Dennoch bewertete das Bundespräsidialamt dieses Engagement als nicht ausreichend nach den "strengen Maßstäben der Ordensrichtlinien".

Spielt Schweizer Wohnsitz eine Rolle?

Inoffiziell wurde zudem spekuliert, Schumachers Wohnsitz in der Schweiz könne eine Rolle gespielt haben, berichtet der Münchner "Merkur". Ein Auslandswohnsitz ist jedoch kein formales Ausschlusskriterium, wie die Ehrungen von Nowitzki oder Graf zeigen.

Was der Bund verweigerte, holte Nordrhein-Westfalen 2022 nach: Mit dem Staatspreis des Landes wurde Schumacher für seine sportlichen Leistungen und für sein soziales Engagement geehrt. Den Preis nahmen Ehefrau Corinna und Tochter Gina den Preis entgegen, weil Michael Schumacher seit seinem schweren Skiunfall im Dezember 2013 nicht mehr öffentlich auftritt.

Zur Vollversion des Artikels