Nach Niederlage

Durchhalteparolen bei Südafrikas Trainer

© Getty

Parreira übt scharfe Kritik am Schweizer Schiedsrichter Massimo Busacca.

Zur Vollversion des Artikels

Was als doppelter Feiertag in die Analen hätte eingehen sollen, wird wohl als eine der bittersten Niederlagen in der Sportgeschichte Südafrikas in Erinnerung bleiben. Die "Bafana Bafana" verlor ausgerechnet am 34. Jahrestag des Aufstands von Soweto das vorentscheidende Spiel um den Aufstieg ins Fußball-WM-Achtelfinale gegen Uruguay mit 0:3 und muss nun auf ein kleines Wunder hoffen, um sich nicht als erster Weltmeisterschafts-Gastgeber überhaupt nach der ersten Turnierphase zu verabschieden.

Enttäuschung
Schwer enttäuscht schlichen die Südafrikaner am Mittwoch nach dem Schlusspfiff vom Rasen des Loftus Versfeld Stadium von Pretoria, das zu diesem Zeitpunkt gerade noch zu einem Drittel gefüllt war. Davor hatten die Zuschauer fassungslos mitansehen müssen, wie ihre Mannschaft gegen die clever agierenden Uruguayer völlig chancenlos war.

Ein Punkt aus den ersten beiden Partien wird vor dem abschließenden Match gegen Frankreich wohl zu wenig sein, auch wenn Teamchef Carlos Alberto Parreira Durchhalteparolen ausgab. "Wir kämpfen bis zum Schluss, das ist unsere moralische Verpflichtung. Die Entscheidung fällt erst im letzten Spiel."

Heftige Kritik an Busacca
In seinem ersten Zorn über die Schlappe ging der Coach auf den Schweizer Schiedsrichter Massimo Busacca los, den er als "unsympathischen Italiener" bezeichnete, der "mit einem Lächeln in die Kabine gegangen ist". Parreira fühlte sich vom 41-Jährigen systematisch benachteiligt. "Er war von Beginn an sehr unfair zu uns. Das war die schlechteste Schiedsrichter-Leistung im gesamten Turnier", schimpfte der 67-Jährige.

Der entscheidende Elfmeter für die Südamerikaner und die Rote Karte wegen Torraubs für Itumeleng Khune waren laut Parreira ungerechtfertigt, obwohl der südafrikanische Goalie den freistehenden Luis Suarez - wenn auch nur mit der Schuhspitze - zu Fall brachte. Verwertet wurde der Strafstoß eiskalt von Diego Forlan, der mit einem abgefälschten Weitschuss schon das erste Tor erzielt hatte.

Unterschied Forlan
"Forlan hat den Unterschied gemacht", gab Parreira zu. "Aber nicht nur er, die gesamte Mannschaft der Uruguayer ist viel erfahrener als wir. Das hat ihnen in den wichtigen Phasen geholfen."

Uruguays Teamchef Oscar Tabarez nahm das Lob dankend an, wollte sich jedoch trotz vier Punkten aus zwei Partien nicht zum Aufstieg gratulieren lassen. "Es ist noch ein Spiel zu spielen, aber das war auf jeden Fall ein wichtiger Schritt." Für die Kritik Parreiras am Referee hatte Tabarez kein Verständnis. "Wenn ich höre, dass wir nur wegen des Schiedsrichters gewonnen haben, muss ich lachen. Wir haben das Spiel dominiert, es sind sogar noch ein paar andere Elfersituationen für uns übersehen worden."

Allzu sehr wollte der 63-Jährige aber nicht auf Konfrontationskurs mit den Gastgebern gehen. "Bei unserer Hymne war es im Stadion richtig ruhig, da hat man keine Pfiffe oder Vuvuzelas gehört. Das gibt es auf unserem Kontinent nicht, und für diese faire Geste möchte ich den Südafrikanern danken", erklärte Taberez.