Gegen Hartberg

Rapid: Darum musste Kühbauer sehr laut werden

24.04.2019

Trainer machte müde Rapidler in der Pause munter

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Wenig ist bei Rapid Wien beim Gastspiel in Hartberg am Dienstagabend in der ersten Hälfte zusammengelaufen. Das kam auch deswegen, weil die Grün-Weißen sich laut Trainer Dietmar Kühbauer selbst zu wenig bewegten. "Wir haben sehr statisch gespielt", sagte Kühbauer. Nach der Pause holten seine Männer aber noch einen 4:2-Erfolg heraus und damit den vierten Sieg in fünf Spielen nach der Punkteteilung.
 
Trotz eines Gastgeschenks in Form eines Tormann-Lapsus' von Rene Swete, der den Ball in den eigenen Kasten faustete, erwischte Hartberg in der heimischen Profertil Arena einen besseren Start. Die Mannschaft von Trainer Markus Schopp fand bis zum Abpfiff der ersten Hälfte im Gegensatz zu Rapid einige Möglichkeiten vor. Mit dem Halbzeitstand von 1:1 durften sich die Wiener glücklich schätzen.
 

Laute Ansprache

"Es war wirklich bis zur Pause eine sehr harte Arbeit", befand Kühbauer. "Es war erste Halbzeit nicht die Bewegung da, die man einfach braucht im Fußball", ärgerte er sich über die mangelnde Laufbereitschaft seiner Spieler. Mit einer möglichen Schonung vor dem Cup-Finale gegen Salzburg in der kommenden Woche habe das allerdings nicht zu tun gehabt. "Wenn man sich kaum bewegt, ist das für jeden Gegner leicht zu verteidigen. Deshalb glaube ich nicht, dass der Cup das Problem war, sondern unser Arbeitsaufwand."
 
In der Defensive ärgerte Kühbauer der grün-weiße Schlendrian: "Die Chancen, die sie vorgefunden haben, waren eigentlich von uns fabriziert." In der Kabine fand der Burgenländer bei einer durchaus lauten Ansprache offenbar die richtigen Worte. "Es war wichtig, dass es im Fußball eine Pause gibt. Nachher haben die Spieler dann gut umgesetzt, was besprochen wurde."
 

Murg überragend

Angeführt vom erneut starken Thomas Murg schnurrte der Rapid-Motor in der Offensive wieder. Mit einer Einzelleistung besorgte der Steirer die neuerliche Führung und legte das 3:1 durch Boli Bolingoli mustergültig auf. Dank eines gefühlvollen Hebers von Andrija Pavlovic hieß es sogar 4:1, ehe David Cancola in der Schlussphase noch verkürzte.
 
"Hartberg hat uns voll gefordert. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit gesteigert, deshalb war der Sieg verdient, und wir können mit dem Ergebnis zufrieden sein", sagte Murg. Sein Trainer sah es ähnlich: "Letztendlich haben wir uns gut präsentiert, deswegen haben wir verdient gewonnen", so Kühbauer.
 
Dass es Hartberg auch im vierten Bewerbsspiel in der laufenden Saison geschafft hat, zwei Tore gegen Rapid zu schießen, war für die Oststeirer ein schwacher Trost. Die Leistung stimmte den Fünften der Qualifikationsgruppe in Hinblick auf die kommenden Aufgaben aber grundsätzlich positiv.
 

Hartberg im Abstiegskampf

"Leider haben es wir vor der Pause verabsäumt, unsere Chancen zu nützen. Deswegen haben wir nichts mitnehmen können", wusste Torhüter Swete. "Ich glaube, wir haben heute gut dagegengehalten und eine recht passable Leistung geboten", meinte Cancola. "Wenn wir in den nächsten Wochen so auftreten, bin ich zuversichtlich, dass wir den Klassenerhalt schaffen."
 
Trainer Markus Schopp wurmten vor allem angeblich vermeidbare Fehler vor den Toren der Hütteldorfer. "Wenn es gelingt, diese einfachen Fehler abzustellen, sind die Chancen auf den Klassenerhalt voll intakt", betonte der Ex-ÖFB-Teamkicker. "Die Mannschaft hat aber gezeigt, was sie spielerisch draufhaut. Es hat sich heute gezeigt, dass der Kader gut ist."
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