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Wiener Derby-Krawalle: Prozess-Marathon gegen 22 Gewalt-Fans startet
12.03.2026Das juristische Nachspiel zum 343. Wiener Derby beginnt am Montag. Nach den schweren Ausschreitungen vom September 2024 müssen sich 22 Männer wegen schwerer gemeinschaftlicher Gewalt verantworten.
Ab Montag steht das Landesgericht Wien im Zeichen der Aufarbeitung unfassbarer Szenen im Allianz Stadion. Am 22. September 2024 stürmten gewaltbereite Anhänger nach dem Match den Rasen und attackierten einander sowie die Polizei. Die Staatsanwaltschaft hat 22 Männer im Alter zwischen 19 und 62 Jahren angeklagt. Ihnen wird schwere gemeinschaftliche Gewalt vorgeworfen, wobei der Großteil der Beschuldigten dem Lager der Wiener Austria zugerechnet wird.
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Schwere Verletzungen und Urin-Attacken
Die Bilanz des Krawall-Derbys ist erschreckend: Eine Beamtin erlitt Verbrennungen, ein Kollege klagt über bleibenden Tinnitus. Ein Fan landete mit multiplen Gesichtsfrakturen im Spital, nachdem er unter anderem am Kieferhöhlenboden und der Augenhöhle schwer verletzt wurde. Laut Anklage wurden Polizisten nicht nur mit Böllern und Mistkübeln beworfen, sondern im Sektor 8 sogar mit Bechern attackiert, die teilweise mit Urin gefüllt waren.
Kung-Fu-Tritte und Fahnenstangen-Prügel
Die Gewalt auf dem Rasen hatte eine erschreckende Dynamik. Während vermummte Austrianer den Platz stürmten, rannten ihnen Rapid-Fans entgegen. Die Anklage beschreibt Szenen, in denen ein Austrianer einen "Kung-Fu-Sprung" gegen die Brust eines Gegners ausführte, während mehrere Rapidler mit einer Eckfahnenstange auf einen am Boden liegenden Mann einprügelten. Die Polizei konnte die Lage erst durch massive Sperrketten und den Einsatz der Wega unter Kontrolle bringen.
Logistische Herausforderung im Grauen Haus
Die Hauptverhandlung wird eine enorme Belastung für das Graue Haus. Im Verhandlungssaal 103 sind vorerst elf Termine bis zum 21. April anberaumt, wobei geschlossen gegen sämtliche 22 Angeklagte verhandelt wird. Ein massives Polizeiaufgebot soll für Sicherheit sorgen und Animositäten unterbinden. Trotz Geldstrafen von je 150.000 Euro für beide Klubs und dem zeitweisen Ausschluss von Auswärtsfans kehrte bisher keine Ruhe ein.
Konsequenzen und erneute Eskalationen
Erst im Februar 2026 sorgten Böller-Würfe aus dem Rapid-Sektor für eine Spielunterbrechung beim Heimsieg der Austria. Rapid wurde daraufhin mit einer 100.000-Euro-Strafe und Stadionteilsperren für kommende Top-Spiele gegen Teams wie Salzburg oder den LASK belegt. Die Austria musste wegen nicht genehmigter Pyrotechnik eine Pönale von 48.400 Euro zahlen. Das Gericht soll nun klären, welche strafrechtlichen Konsequenzen die Täter des September-Derbys persönlich treffen.