ÖFB-Cup

Derby-Eskalation: Droht Kühbauer die Finalsperre?

19.03.2026

Das ÖFB-Cup-Halbfinale zwischen Ried und LASK war ein unterhaltsames, chancenreiches Spiel. Darüber redet am Tag danach aber praktisch keiner mehr, da es im Anschluss an das Spiel zur Eskalation kam. Droht LASK-Coach Kühbauer nun eine Finalsperre?

Zur Vollversion des Artikels
© GEPA
Zur Vollversion des Artikels

Dabei fing alles so gut an. Es regnete Torchancen, die Partie hatte kaum eine ruhige Minute und das Siegtor in der 109. Minute in der Verlängerung sorgte für pure Ekstase, zumindest auf Linzer Seite.

Doch mit Abpfiff ging es los, Dietmar Kühbauer verweigerte dem Wikinger-Coach den Handshake, ging fuchsteufelswild direkt zum ORF-Interview. Wie es sich hinter den Kulissen abspielt, war anfangs gar nicht zu sehen.

"Nie mehr Handshake" mit Senft

Im Interview ärgerte sich der 54-Jährige kurz über die Leistung seiner Mannschaft, schwenkte aber schnell zur Kritik an seinem Gegenüber. Bei der Pressekonferenz meinte der amtierende Cuptitel-Trainer, es wird "in seinem Leben nie mehr einen Handshake" mit Senft geben.

Doch schon kurz vor dem Interview nahm die Eskalation ihren Lauf. Kühbauer provozierte den Rieder Fansektor, der sich direkt hinter dem ORF-Podium befand. Mehr brauchten die Anhänger nicht, Bierbecher flogen in Richtung des Trainers, einige vermummte Fans machten sich auf den Weg zu ihm.

© GEPA

Rieds Leitner verteidigt LASK-Coach

Aufmerksam blieb Rieds Keeper Andreas Leitner, der sich den Ultras in den Weg stellte und diese beruhigte. Erst danach waren die Securitys zur Stelle.

Was den LASK-Trainer so auf die Palme brachte? Er lieferte die Antwort selbst: "Wie sich Senft auf der Bank über 90 Minuten jede Woche präsentiert und dann die Spieler auffordert, eine Rudelbildung anzustiften, da bin ich schockiert."

Dessen Antwort bei der Pressekonferenz? "In den 120 Minuten darf es hochemotional sein. Das hat es immer schon gegeben und wird es auch immer geben. Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Trainer einen Handshake verweigert. Es gab auch während des Spiels nichts zwischen uns", so Senft.

Nachträgliche Sperre für Kühbauer?

Ob Kühbauers Ärger berechtigt war oder nicht, und vor allem wie es mit seiner Reaktion aussieht, könnten nun auch Österreichs Regelhüter entscheiden. Wenn es zu einer Anzeige wegen unsportlichem Verhalten kommt, ist auch eine anschließende Sperre nicht ausgeschlossen. Rote Karten übertragen sich im ÖFB-Cup üblicherweise auf die Bundesliga, allerdings hat Kühbauer eine solche nicht gesehen.

Wie der Strafsenat entscheidet und ob die Provokationen überhaupt Folgen haben werden, kann noch nicht gesagt werden. Gänzlich auszuschließen ist eine Strafe im ÖFB-Cup-Finale aber nicht.