Scheinbar als Wiedergutmachung für die Nebel-Verschiebung bekamen die rund 7.300 Zuseher in Ried ein sensationelles ÖFB-Cup-Halbfinale zu sehen. Dennoch wurde es ein bitterer Abend, denn trotz Chancenübergewicht mussten sich die Rieder dem LASK spät 2:1 nach Verlängerung geschlagen geben.
Wer sich ein abwartendes, langweiliges Spiel erwartet hat, der wurde von Anfang an eines Besseren belehrt. Und es war nicht der Favorit aus Linz, der loslegte wie die Feuerwehr.
Ried rollte die ersten 30 Minuten einen Angriff nach dem anderen und wurde vor allem per Eckbällen gefährlich. Bereits nach fünf Minuten kam Havenaar per Kopf zur Topchance, traf aber nicht einmal das Tor. Van Wyk scheiterte in der 24. Minute alleine vor dem Torhüter, wohl die größte Rieder Chance. In der 33. Minute zappelte der Ball für Ried im Netz, wurde aber zurecht wegen Foul am Torhüter abgepfiffen.
LASK braucht um ins Spiel zu finden
Es dauerte 28 Minuten, dann nahm der LASK urplötzlich auch am Spiel teil und das gleich mit einem Knall. Adeniran kam links von Keeper Leitner zum Abschluss, der den Ball aber mit einem Spitzenreflex an die Stange lenkte. Nur zwei Minuten später war es wieder der 31-Jährige, der dem frei vor sich stehenden Kalajdzic die Top-Chance auf die Führung verwehrte.
Aus den Kabinen raus waren es wieder die Rieder, die den besseren Start fanden und trafen. Und wie hätte es anders sein sollen, als nach Eckball? Der Kopfball von Havenaar wurde noch vor der Linie geklärt, aber Rossdorfer knallte den freien Ball per Halbvolley zum 1:0 ins Netz (50.). Die Wikinger noch im Freudentaumel, waren die Linzer nach Abstoß sofort da, Kalajdzic verlängerte einen Ball elegant auf Adeniran, der alleine vor dem Tor diesmal eiskalt blieb - 1:1 (50.).
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Eckball-Flut auf das Linzer Tor
Nicht nur in der Premier League haben die Eckbälle Hochsaison, sondern auch im Innviertel. Deshalb ging es auch danach weiter wie gehabt: Ein Rieder Eckball nach dem anderen, in der 55. landete einer an der Latte - Lukas Jungwirth wäre aber zur Stelle gewesen. Aber auch nach Einwürfen konnten es die Gastgeber, in der 68. Minute landete ein Kopfball von Sollbauer sogar an der Latte - diesmal wäre Jungwirth geschlagen gewesen.
In der 89. Minute flogen kurz die Bierbecher aus dem Rieder Sektor. Doch dem Kopfball von Steurer ging ein vermeintliches Abseits von Havenaar, der den Freistoß verlängerte, voraus. Auch die letzte Einstellung lieferte aber kein klares Bild, so blieb es beim 1:1. Verlängerung!
Späte Entscheidung in Verlängerung
Und auch die nächste Chance auf die Entscheidung ließen die Rieder aus. Diesmal war es Mutandwa in der 99. Minute, der aber nicht auf den freistehenden Mitspieler auflegte, sein Abschluss wurde aber geblockt.
Stattdessen ist es die Truppe von Dietmar Kühbauer, die den Deckel drauf machte. Die Flanke von Usor landete auf Kacavendas Kopf, sein Kopfball prallte von Havenaar unhaltbar ein (109.). Die große Chance aufs 2:2 in der letzten Aktion versemmelten die Rieder ebenfalls.
Damit zieht der LASK ins Finale und arbeitet am ersten Cup-Titel seit 1965. Die Altacher werden das am 1. Mai in Klagenfurt verhindern wollen. Kühbauer, der den Handshake mit seinem gegenüber Maximilian Senft verweigerte, sprach von "einem der schlechtesten Spieler meiner Mannschaft".