Für den LASK sollen 61 Jahre Wartezeit enden, Altach sehnt eine Premiere herbei: Der Showdown um den ÖFB-Cup verspricht auch heuer, eine hochemotionale Angelegenheit zu werden.
Die Linzer gehen am Freitag (16 Uhr/live ORF 1 & im OE24-Liveticker) als Favorit ins schwarz-weiße Finalduell mit den Vorarlbergern. Den Athletikern winkt im Erfolgsfall sogar das Double. Die Altacher haben auf ihrem Weg an den Wörthersee aber schon zwei Schwergewichte des heimischen Fußballs ausgeschaltet.
Bei den Linzern schweifte der Blick vor dem Endspiel wieder einmal in die Vergangenheit. 1965 holte der LASK als erster nicht aus Wien stammender Verein das Double. Auf den dritten großen Titel der Vereinsgeschichte wird seither gewartet. Sechs Finalteilnahmen im ÖFB-Cup endeten erfolglos, zuletzt setzte es vor fünf Jahren ein 0:3 gegen Red Bull Salzburg. Heuer soll alles anders werden.
"Momentum" beim LASK?
Die Formkurve scheint zu stimmen. In der Meistergruppe holte sich die Mannschaft von Dietmar Kühbauer am Wochenende die Tabellenführung, das berühmte "Momentum" scheint aufseiten der Linzer zu liegen. Altach verlor in Linz bei Blau-Weiß zuletzt 0:3, davor gab es zwei Remis gegen die WSG Tirol. Kühbauer wollte daraus keine Schlüsse ziehen.
"Es ist grundsätzlich so, dass du in dem Moment da sein musst. Wir müssen ab Freitag, 16.00 Uhr, versuchen, diesen Titel zu holen, den sich jeder wünscht. Auf unserer und auf gegnerischer Seite", sagte der Chefcoach der Linzer. Kühbauer hat Finalerfahrung. Vor einem Jahr stemmte er mit dem WAC die rund zwölf Kilogramm schwere Cup-Trophäe. 2025 war für den 55-Jährigen nun ebenso kein großes Thema wie 1965. "Es ist seither sehr viel Zeit vergangen. Es ist etwas, das nicht bei uns herumschwirrt", meinte er.
15.000 aus Linz erwartet
Dass das schwarz-weiße Linz nach dem Titel lechzt, zeigt der Fanansturm gen Klagenfurt. Mehr als 100 Busse stehen am Finaltag bereit, rund 15.000 LASK-Anhänger werden in Klagenfurt erwartet. In der heimischen Arena in Linz wird eine Fanzone für die Daheimgebliebenen eingerichtet. Mit Wilhelm Harreither, Manfred Pichler, Dolfi Blutsch und Johann Kondert hoffen noch vier Doublesieger von 1965 auf Jubelszenen.
Richten soll es Sasa Kalajdzic. Der formstarke Nationalteamspieler gilt als Schlüsselfaktor für einen Linzer Erfolg. In den zwei Saisonduellen mit Altach im vergangenen Herbst war der Stürmer noch kein Faktor. Altach gewann daheim 1:0, der LASK in Linz ebenfalls 1:0. Viel mehr Eindruck hinterließen die Rheintaler in ihren Cup-Auftritten im Frühjahr. Sturm Graz wurde in Altach im Viertelfinale (3:1) eliminiert, ehe im Halbfinale auswärts in Salzburg eine weitere Überraschung (1:0) folgte.
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Kalajdzic betonte: "Sie haben Sturm und Salzburg rausgeschmissen, unterschätzen werden wir sie auf keinen Fall." Kampfansagen gab es vom 28-Jährigen keine. "Ich will lieber Taten sprechen lassen." Kühbauer nahm die Favoritenrolle an. Altach erwartete er "nicht mit offenem Visier". Darauf sei sein Team eingestellt. "Wir müssen klar in unserem Kopf bleiben, auch wenn nicht alles funktioniert. Dann müssen wir Lösungen finden", erklärte Kühbauer. Elfmeterschießen werde nicht geübt. "Diese Situation kann man nicht trainieren."
Altach vor historischer Premiere
Der Außenseiter fühlt sich in der Rolle des Underdogs wohl. Eine gewisse Anspannung gibt es dennoch. "Es ist für die meisten Spieler und auch für mich das bisher größte Spiel in der Karriere", sagte Trainer Ognjen Zaric. Der 37-Jährige übernahm Altachs Profis erst zu Jahresbeginn und darf nun auf einen Eintrag ins Geschichtsbuch des SCR hoffen. "Wir sind auch jetzt schon froh, Teil dieser Geschichte zu sein. Und wir werden alles daransetzen, diese Geschichte mit einem Pokalsieg zu krönen", meinte Zaric.
Die Auftritte des LASK wurden beim aktuellen Zweiten der Qualifikationsgruppe registriert. "Eine richtig gute Mannschaft mit viel Qualität, und wenn man sich die Marktwerte beider Mannschaften ansieht, dann ist die Rollenverteilung sehr schnell klar", so Zaric. Sein Team hofft neben dem ersten "großen" Titelgewinn auch auf den Sprung in den Europacup. Der Cupsieger steigt in der Europa League in der dritten Quali-Runde ein, im Fall einer Niederlage geht es im Play-off der Conference League weiter.
Altach war international bereits dabei, in einem Finale des ÖFB-Cups jedoch noch nicht. Auch gab es bis dato noch keinen Cupsieger aus dem "Ländle". Mehr als 4.000 Fans wollen aus Vorarlberg anreisen, u.a. per Sonderzug. Am Spieltag ist ein Fanmarsch vom Bahnhof geplant. Die Polizei warnte vor Verkehrsbehinderungen.