England-Aufreger

Spielsucht: Premier League-Star verurteilt

26.04.2017

Premier League-Star wurde für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt.

Zur Vollversion des Artikels
© GEPA
Zur Vollversion des Artikels

Joey Barton ist am Mittwoch vom englischen Verband (FA) mit sofortiger Wirkung für 18 Monate für alle Aktivitäten im Fußball-Bereich gesperrt worden. Der 34-jährige Burnley-Mittelfeldspieler hatte zwischen 26. März 2006 und 13. Mai 2016 insgesamt 1.260 Wetten auf Fußballspiele platziert, was den Profis in England aber untersagt ist.

Über Barton wurde zudem eine Geldstrafe in der Höhe von 30.000 Pfund (35.324 Euro) verhängt. Er fiel damit nicht zum ersten Mal negativ auf. 2008 saß er etwa wegen Körperverletzung eines Passanten in Liverpool für rund zwei Monate im Gefängnis. Zuvor hatte er im Jahr 2007 bei Manchester City im Training seinen Mitspieler Ousmane Dabo krankenhausreif geprügelt. Im selben Jahr absolvierte er seinen einzigen Einsatz für Englands Nationalteam.

Barton von Urteil enttäuscht
Die Strafe wird Barton nicht so einfach hinnehmen. "Ich bin sehr enttäuscht über die Härte der Strafe. Ich akzeptiere, dass ich die Regeln für Profi-Fußballer gebrochen habe, bin aber der Meinung, dass die Strafe härter ist, als sie es bei anderen weniger kontroversiellen Spielern gewesen wäre", erörterte Barton, warum er Berufung einlegen wird.

Zudem ärgerte er sich darüber, dass seine gegenüber der FA auch mittels Gutachten eingestandene Spielsucht bei der Urteilsfindung nicht berücksichtigt wurde. "Ich bin nicht der einzige im Fußball, der ein Problem mit Glücksspielen hat", betonte der ehemalige Manchester-City- und Newcastle-Akteur. Er gab auch zu, dass er zwischen 2004 und 2011 eine "Handvoll" Wetten auch auf Niederlagen seines eigenes Team platziert habe. "In diesen Fällen war ich aber nie im Matchkader, hatte also keinen Einfluss auf die Partien. Manchmal war es nur aus Ärger, dass ich nicht dabei war", gab Barton Einblick. Spielmanipulation sei also niemals Thema gewesen. "Meine Integrität ist nie zur Diskussion gestanden", so Barton.

Seine Spielsucht war übrigens nicht auf Fußball beschränkt. Laut eigenen Angaben habe er seit 2004 mehr als 15.000 Wetten abgegeben, nur einen kleinen Teil davon eben auf Fußball-Spiele. Sein durchschnittlicher Einsatz sei 150 Pfund gewesen.

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel