Champions League

Nach Königs-Aus: Schwere Zeiten für Liverpool

15.04.2026

Ein verregneter Abend an der Anfield Road – bittere Gesichter, gesenkte Köpfe, große Enttäuschung. Mit dem 0:2 gegen PSG platzte Liverpools letzte Titelchance und der Traum von der Champions League endgültig. Während die Pariser ausgelassen feierten, blieb bei den Reds vor allem eines: Frust.

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Vor allem für den angezählten Trainer Arne Slot - im Vorjahr noch Liverpools Meistermacher - wird die Lage nach dem Viertelfinal-Aus zunehmend brenzlig. Der starke Saisonstart ist längst verpufft, die Ergebnisse bleiben aus, alle Titelchancen sind dahin – und die Kritik wird immer lauter. Zwar läuft sein Vertrag noch bis 2027, doch der Trend spricht klar gegen den Niederländer. Als Tabellenfünfter in der Premier League, mit 18 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Arsenal, ist die Saison praktisch gelaufen – selbst ein Platz im Europacup ist alles andere als sicher.

Nach dem Spiel wirkte Slot angeschlagen, aber kämpferisch. Seine Sicht: Liverpool hätte dieses Spiel gewinnen können – wäre da nicht die gnadenlose Effizienz von PSG gewesen. Doch intern wie extern wächst der Druck. Vieles deutet darauf hin, dass im Sommer ein Umbruch bevorsteht. Ein Name macht bereits die Runde: Xabi Alonso. Seit seinem Aus bei Real Madrid ist der Spanier ohne Verein und sorgte zuletzt mehrfach für Schlagzeilen. Eine Rückkehr des früheren Publikumslieblings? Für viele Fans ein reizvoller Gedanke.

Ekitiké-Schock sorgt für große Sorgen

Doch als wäre das Aus nicht schon bitter genug, droht Liverpool auch personell ein herber Rückschlag. Hugo Ekitiké musste bereits nach rund 30 Minuten verletzt vom Platz getragen werden – ohne Gegnereinwirkung. Die Szenen ließen sofort Schlimmes befürchten: Der Stürmer griff sich ans Sprunggelenk und konnte nicht mehr auftreten.In der Kabine herrschte große Unruhe, erste Stimmen sprachen sogar von einem möglichen Achillessehnenriss. Sollte sich das bestätigen, wäre es ein harter Schlag – womöglich sogar mit Blick auf die Weltmeisterschaft ein bitteres Aus für den Franzosen.

Teamkollege Ibrahima Konaté zeigte sich nach dem Ausscheiden tief betroffen: „Ich denke, es ist schlimm. Ich habe vieles gehört, aber mir fehlen die Worte. Mit der WM vor der Tür ist das sehr hart für ihn – ich schicke ihm meine Gebete.“

Salahs Abschied – ein leiser, emotionaler Moment

Und dann war da noch Mohamed Salah. Für den Ägypter war es wohl der letzte Champions-League-Abend im Trikot der Reds. Nach neun Jahren steht sein Abschied im Sommer bevor. Als er nach Abpfiff in Richtung Tribüne winkte, wurde es still im Stadion – ein Moment voller Emotionen. Fast 100 Einsätze, über 50 Tore: Salah hat diese Bühne geprägt wie kaum ein anderer bei Liverpool. Wie es für ihn weitergeht? Offen. Ob er noch einmal in der Königsklasse aufläuft? Ungewiss.

So bleibt ein Abend voller Frust, Sorgen und offener Fragen. Während Dembélé Liverpool im Alleingang aus der Champions League schießt, steht der Klub vor einer ungewissen Zukunft. Trainer unter Druck, ein möglicher schwerer Ausfall – und der Abschied einer Legende.