Glamour bröckelt
Schlechte Zeiten für die britischen WAGs
Die Spielerfrauen dürfen nur am Tag nach den Spielen zu den Egnland-Stars.
Für britische Klatschreporter gibt es bei der Fußball-WM in Südafrika nicht viel zu erben. Die Boulevard-Journalisten müssen über unspektakuläre Trainingseinheiten oder langweilige Pressekonferenzen berichten und suchen vergeblich nach dem Glamour-Faktor. Der ist abhandengekommen, seit Englands Teamchef Fabio Capello die sogenannten WAGs (Women and Girlfriends) aus dem Umfeld seiner Spieler weitgehend verbannte.
Shopping-Touren und Saufgelage
Bei der WM vor vier Jahren in
Deutschland hatte sich die Yellow Press noch wie im Schlaraffenland gefühlt.
Die Society-Damen rund um "WAG-Queen" Victoria Beckham schwirrten
damals in Baden-Baden regelmäßig um ihre Kicker herum und sorgten mit
Shopping-Touren und Saufgelagen für regelmäßige Schlagzeilen.
Ablenkung
Ihre ständige Präsenz wurde von mancher Seite für
Englands Aus im Viertelfinale verantwortlich gemacht, sogar einigen Spielern
war der Rummel um die Ladys im Nachhinein zu viel. Rio Ferdinand sprach in
diesem Zusammenhang von einem "Zirkus", und auch Frank Lampard gab
kürzlich zu: "Ich will diese Ablenkung nicht mehr." Der
Chelsea-Star empfindet die Abwesenheit der zum überwiegenden Teil aus der
Model-Szene rekrutierten WAGs als Erleichterung.
Fußball statt Urlaub
Seit Capello das Sagen hat, müssen die
Kicker-Frauen in deutlicher Entfernung zu wohnen und dürfen voraussichtlich
nur am Tag nach dem Spiel bei ihren Herzallerliebsten sein. "Das ist
genug. Wir sind hier, um Fußball zu spielen, nicht, um Urlaub zu machen. Und
wenn ihnen das nicht passt, sollen sie zu Hause bleiben", grantelte der
Italiener.
Private Viewing in England
Diesen Rat nahmen sich fast alle WAGs
zu Herzen und verzichteten zumindest vorerst auf die beschwerliche Anreise
nach Südafrika. Stattdessen schmiss Colleen Rooney daheim in England
anlässlich der Partie gegen die USA eine Grillparty, am Freitag lädt Alex
Curran, die Freundin von Steven Gerrard, ihre Kolleginnen zum "Private
Viewing" des Spiels gegen Algerien.
Britische Medien rechnen dennoch mit der Ankunft der Haute Volee im weiteren Turnierverlauf. Ein Hotel in Sun City gut 20 Kilometer vom Campo der Engländer sei bereits gebucht, berichteten diverse Zeitungen.
Egal, wie viele WAGs sich nach Südafrika verirren sollten, die goldenen Zeiten von Baden-Baden werden wohl nicht wiederkehren. Zwar wird Victoria Beckham erwartet, die ehemalige spirituelle Anführerin der Damenrunde hat aber nach eigenen Angaben ihrem exzessiven Lebensstil abgeschworen und will sich im Kap-Staat mit öffentlichen Auftritten ebenso zurückhalten wie Colleen Rooney, die es seit der Geburt ihres Sohnes ruhiger angehen lässt.
WAG-Fluch
Erst gar nicht bei der WM dabei sein wird Pop-Star
Chery Cole. Die frühere Sängerin der "Girls Aloud" ließ
sich im vergangenen Februar von Ashley Cole scheiden. Mit Vanessa Perroncel,
der Ex-Freundin von Wayne Bridge und Ex-Gespielin von John Terry, fehlt eine
weitere prominente WAG. Und auch das britische Star-Model Elizabeth Minett
bleibt auf der Insel, nachdem die Beziehung mit Robert Green kurz vor der WM
in die Brüche gegangen ist - der Patzer des Goalies beim 1:1 gegen die USA
wurde in England prompt als weiter Beweis für den "WAG-Fluch"
interpretiert.