"Kann nicht sagen, ob es meine letzte WM wird"

''Old but gold'' - Haudegen Pepe als Portugals Anführer

08.12.2022

Kepler Laveran de Lima Ferreira ist für so manchen Gegenspieler eine Furcht einflößende Erscheinung. Trifft man Portugals Fußball-Nationalspieler - genannt Pepe - abseits des Platzes, gibt er sich lachend und gut gelaunt.

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Bei der Katar-WM schafft es der Haudegen auch mit fast 40 Jahren immer noch, mit seiner konsequenten Zweikampfführung und Kopfballstärke mitzuhalten. Das soll am Samstag (16.00 Uhr/live ServusTV) auch Marokko zu spüren bekommen.

Superstar Cristiano Ronaldo dürfte im ersten WM-Viertelfinale Portugals seit 2006 erneut auf der Bank sitzen. Umso wichtiger ist die Rolle, die Pepe bei dieser WM ausfüllt. Als Kapitän vertritt er Ronaldo, in der Startelf beim 6:1 im Achtelfinale gegen die Schweiz war er der erfahrenste Profi und neben Mittelfeldspieler William Carvalho der einzige, der älter als 30 Jahre ist. "Pepe ist 39, aber auch die geistige Verfassung ist wichtig. Wir haben einen Teamspirit, mit dem man Großes erreichen kann", sagte Trainer Fernando Santos, der Pepes "große Rolle" abseits des Platzes hervorhob.

Auch bei der Degradierung von Ronaldo zum Bankdrücker nahm der gebürtige Brasilianer die Rolle des Vermittlers ein. "Cris weiß sehr gut, und der Trainer hat es sehr deutlich gemacht, dass wir das Wichtigste sind. Es war eine Entscheidung des Trainers, und wir müssen sie respektieren", sagte der Abwehrspieler. Anders als der zwei Jahre jüngere Ronaldo hat Pepe bei seiner vierten WM sportlich noch einen immensen Wert für das Team. Seine sieben Klärungsaktionen gegen die Schweiz waren Bestwert, dazu kamen vier Blocks und ein Tackling. Auch seine insgesamt 49 Pässe bedeuten einen Spitzenplatz im Vergleich.

Ältester WM-Torschütze in K.o.-Spiel

Und als Torschütze konnte Pepe sich auch noch auszeichnen. Das 2:0 mit einem wuchtigen Kopfball nach einer Ecke feierte er mit weit aufgerissenem Mund und einem wilden Jubellauf. Mit dem Tor ist er der älteste Torschütze in einem K.o.-Spiel einer WM. Zum zweitältesten WM-Torschützen überhaupt und zum drittältesten Feldspieler kürte sich der Profi vom FC Porto ebenfalls.

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In Porto - von 2004 bis 2007 sein erster Club in Portugal - steht der in Brasilien geborene Pepe nach Stationen bei Real Madrid und Besiktas Istanbul seit 2019 wieder unter Vertrag. Der WM-Einsatz des 132-fachen Nationalspielers war nach einer Knieverletzung aber lange offen, erst Mitte November meldete er sich wieder fit und hatte einen ersten Kurzeinsatz im Verein. "Als ich mich verletzt habe, konnte ich nicht schlafen. Ich wollte so schnell wie möglich wieder fit werden für die WM, um meinem Nationalteam zu helfen", berichtete Pepe, der zum WM-Auftakt noch pausierte.

Im Februar feiert Pepe seinen 40. Geburtstag, doch über sein Karriereende hat er sich noch keine Gedanken gemacht. "Ich kann nicht sagen, ob es meine letzte WM sein wird", sagte er. Europameister 2016 ist er bereits, dazu kommen zahlreiche Club-Titel, etwa drei Siege in der Champions League mit Real Madrid. Bis zu einem möglichen WM-Triumph als Krönung seiner Karriere denkt er aber noch nicht. "Ich bin hier, um das Turnier zu genießen."

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