Abrechnung

"Kein echtes Racing mehr" – Verliert Max Verstappen die Lust?

28.03.2026

Jos Verstappen übt massive Kritik an der aktuellen Entwicklung der Formel 1 und sorgt sich um die Motivation seines Sohnes. Der Vater des Weltmeisters vermisst echtes Racing und kritisiert die neue Technik.

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Niederlande. Der Frust im Lager von Max Verstappen sitzt tief, wie sein Vater Jos nun öffentlich deutlich macht. Das Rennen in Japan startet am Sonntag um 7:00 Uhr. Besonders die technische Ausrichtung der Königsklasse ist dem 54-Jährigen ein Dorn im Auge. Statt fahrerischem Mut stehe laut Jos Verstappen nur noch das Energiemanagement im Vordergrund.

Jos Verstappen lässt in der holländischen Zeitung "De Telegraaf" kein gutes Haar an den aktuellen Regeln. "Als Fahrer sollte man für Mut und Können belohnt werden. Aber wenn du jetzt so schnell wie möglich durch eine Kurve fährst, bist du über eine Runde gesehen am Ende langsamer", wütet der ehemalige Teamkollege von Michael Schumacher (1994 bei Benetton). Er sieht die Gefahr, dass die Formel 1 ihre Identität verliert: "Es geht nur noch darum, die Batterie zu managen. Das macht es für einen Fahrer wie Max auch schwieriger, den Unterschied zu machen."

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Künstliches Spektakel auf Rennstrecken

Auch die Art und Weise, wie Überholvorgänge heutzutage zustande kommen, missfällt dem Niederländer. Für ihn wirken viele Manöver künstlich generiert. "Sich im Windschatten heranzufahren und dann auszubremsen, um zu überholen – darum geht es beim Racing in meinen Augen", erklärt Jos Verstappen. Die Realität sehe jedoch anders aus: "Jetzt sieht man viele Überholmanöver schon auf halber Geraden, weil der andere Fahrer keine Energie mehr hat. Sorry, das hat nichts mit einem echten Überholmanöver zu tun."

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Sorge um Motivationsverlust

Dass Max Verstappen beim GT3-Einsatz auf der Nordschleife trotz einer nachträglichen Disqualifikation sichtlich mehr Freude am Fahren hatte, wertet sein Vater als Alarmsignal. Dort könne er nach Instinkt fahren, ohne ständig an das Aufladen der Batterie denken zu müssen. Die aktuelle Situation in der Formel 1 sowie die ständige Kritik an der direkten Art seines Sohnes belasten das Verhältnis zum Sport. "Ehrlich gesagt habe ich Angst, dass Max seine Motivation verliert", gesteht Jos Verstappen und ergänzt: "Ich bin sicher, dass Max so keinen Spaß haben wird."

Schwache Qualifikation in Japan

Die sportliche Situation verschärft die Lage zusätzlich. Beim Großen Preis von Japan startet der vierfache Weltmeister lediglich von Position 11. Erneut musste er sich in der Qualifikation seinem Teamkollegen Isack Hadjar geschlagen geben.