oe24-Interview:
Marko hat zwei Formel-1-Österreicher mit klingenden Namen am Radar
17.04.2026Motorsport-Guru Helmut Marko sorgt mit einer Österreicher-Prognose für Aufsehen! Im Exklusiv-Interview spricht der 82-Jährige über die Krise bei Red Bull und zwei junge Namen, die das Land elektrisieren.
Während der frustrierte Red-Bull-Star Max Verstappen die Zwangspause in der Formel 1 an diesem Wochenende nützt, um am Nürburgring bei Sportwagenrennen für seinen Einsatz beim 24-Stunden-Klassiker im Mai zu testen, verfolgt Helmut Marko das Drama um seinen ehemaligen Schützling aus der Distanz.
Im oe24-Talk verriet der 82-jährige Grazer, wie er mit dem viermaligen Weltmeister mitleidet - und dass er sich zwei Österreicher in der Formel 1 vorstellen kann.
oe24: Herr Marko, wie intensiv verfolgen Sie die Langstrecken-Auftritte von Max Verstappen?
HELMUT MARKO: Ich schau mir alles im Internet an. Es ist immer eindrucksvoll, wie die durchs Feld pflügen.
oe24: Max hat da deutlich mehr Spaß als aktuell in der Formel 1 ...
MARKO: Das war ja voriges Jahr ähnlich.
oe24: Da hat Max in der Formel 1 noch sensationell den Turnaround geschafft und den WM-Titel nur knapp verpasst.
MARKO: Ich fürchte, das wird sich heuer nicht ausgehen.
oe24: Telefonieren Sie noch immer regelmäßig mit Max?
MARKO: Nein. Deswegen kann ich Ihnen auch keinerlei Nachrichten von ihm liefern.
oe24: Halten Sie es für möglich, dass er tatsächlich Ende dieser Saison den Hut draufhaut?
MARKO: Um das richtig einzuschätzen, bin ich zu weit weg. Von außen geb ich da keine Ratschläge.
„Man leidet mit dem ganzen Team mit"
oe24: Wie sehr schmerzt Sie als Mastermind hinter früheren Red-Bull-Erfolgen die aktuelle Situation?
MARKO: Man leidet mit dem ganzen Team mit. Aber hoffen wir auf die Tradition - dass man es wie in der Vergangenheit immer wieder auch diesmal noch dreht.
oe24: Dabei hatten Sie angesichts des neuen Reglements und dem erstmals selbst entwickelten Motor schon lange vor Saisonstart Bedenken ...
MARKO: Ja, aber dabei ist der Motor, der sicher nicht der Beste ist, nicht das Hauptproblem.
oe24: Wie erklären Sie sich, dass das Chassis überhaupt nicht funktioniert?
MARKO: Überhaupt nicht ist übertrieben. Beim ersten Rennen in Melbourne hat es akzeptabel funktioniert, da war man im Qualifying Dritter (durch Isack Hadjar, d. Red). Allerdings sind die Weiterentwicklungen dann in die falsche Richtung gegangen.
oe24: Das Red-Bull-Erfolgsteam zerfällt immer mehr. Wie schwer wiegt der Abgang von Verstappen-Renningenieur Gianpiero Lambiase?
MARKO: Erfolgreiche Leute werden immer wieder abgeworben, Lambiase ist durch Max in der Öffentlichkeit gestanden. Dafür hat man einen Ersatz von Ferrari geholt …
„Jetzt trau ich Antonelli zu, dass er um die WM fährt"
oe24: Was sagen Sie zu Kimi Antonelli? Haben Sie ihn im Vorjahr unterschätzt, als Sie sinngemäß gemeint hatten, Red Bull würde mit Nachwuchsmann Hadjar besser fahren?
MARKO: Ich hab sofort gesehen, dass Antonelli sauschnell ist. Es war nur unkonstant. Das hat sich heuer geändert. Jetzt trau ich ihm sogar zu, dass er um die WM fährt.
oe24: Das spricht für das Fingerspitzengefühl von Toto Wolff ...
MARKO: Ja, und dabei hat Toto Wolff noch ein Ass im Ärmel. Seinen Sohn (Jack, 9, d. Red.), der gibt im Kart gewaltig Gas, ähnlich wie Johan, der Sohn von Gerhard Berger. Mit Gerhard bin ich im ständigen Austausch übers Telefon.
oe24: Trauen Sie den beiden zu, dass sie es in die Formel 1 schaffen - als erste Österreicher nach Christian Klien, der noch unter Ihnen in der Königsklasse fuhr?
MARKO: Warten wir ab. Gewisse Voraussetzungen wären sicher da.
oe24: Als Red-Bull-Ring-Botschafter werden wir auch Sie wieder in der Formel 1 sehen. Wann werden Sie Ihren neuen Job antreten?
MARKO: Ich hoffe, dass ich mithelfen kann, das Interesse - vor allem am MotoGP-Rennen am Red Bull Ring - zu steigern. Ich bin ein großer Fan der MotoGP, außerdem bin ich auch beim Red Bull Ring Classics im Mai in Spielberg und natürlich Ende Juni bei der Formel 1.
So gehts weiter in der Formel 1
GP von Miami (USA):
- Qualifying: Samstag, 2. Mai, 22 Uhr (MESZ)
- GP: Sonntag, 3. Mai, 22 Uhr (MESZ)
Jeweils live auf ORF1