Tennis
Tagger und Kraus eröffnen ÖTV-Reigen in Paris
23.05.2026Kraus wie zuletzt in Rom wieder auf Center Court: "Freue mich riesig" - Grabher will am Montag mit viel Topspin zweiten Paris-Einzelsieg holen
Mit der French-Open-Juniorinnensiegerin Lilli Tagger und der erstmals für ein Major-Turnier qualifizierten Sinja Kraus starten am Sonntag die ersten Österreicherinnen in die French Open. Tagger, die 2025 ihr großes Potenzial mit dem Sieg bei den Juniorinnen untermauerte, kehrte bereits als Top-100-Spielerin nach Paris zurück. Kraus spielt wie zuletzt in Rom nun sogar auf dem Center Court von Roland Garros, wird es aber gegen die Schweizerin Belinda Bencic sehr schwer haben.
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Für Tagger geht es um 11.00 Uhr (live ServusTV) gegen die als Nummer 32 gesetzte Chinesin Wang Xinyu los. Es ist das erste Duell der beiden. Nach ihrem Triumph bei den Juniorinnen im Vorjahr hat die 18-jährige Osttirolerin bei ihrer Rückkehr kurz die Emotionen von damals wieder gespürt, berichtet sie. "In den ersten paar Minuten, als wir hergekommen sind, sind natürlich die Erinnerungen hochgekommen. Natürlich ist die Vorfreude riesig. In einem Jahr hat sich sehr viel geändert", schilderte Tagger. "Deswegen kann ich auch stolz auf mich sein, aber jetzt ist der Fokus immer weiter nach vorne."
Was im Vergleich zum Juniorinnenturnier anders ist? "Es fängt schon mal damit an, wenn du in die Umkleide gehst, und auf einmal sind die ganzen großen Spieler da. Die Anlage ist die gleiche, aber alles rundherum ist ganz was anderes. Manchmal kommt es mir komisch vor - puh, jetzt bin ich auch da", erzählt sie lächelnd. Es sei ein großer Unterschied zu den Juniorinnen zu bemerken. "Auch wie sie sich mental vorbereiten, da kann man sich viel abschauen."
Tagger spricht nicht über mögliche Ergebnisse
In Bezug auf ihre Erwartungen gab sich Tagger am Samstag vorsichtig. "Ziel ist immer, dass wir bei der Entwicklung weitermachen. Über das Resultat kann ich gar nicht reden, das ergibt sich, wie gut ich meine Sachen mache." Vom "Entwickeln" spricht Tagger auch, wenn sie auf einen in der "Kleinen Zeitung" erwähnten Bericht über eine Änderung bei der Vorhand angesprochen wird. In dieser spricht sie etwas weniger geheimnisvoll darüber, dass sie "vor allem an der Griffhaltung einiges geändert" habe. In Paris klang das etwas anders. "An der Technik arbeitet man jeden Tag weiter, man probiert immer was zu ändern, weil man sich weiterentwickeln muss." Es gehe nicht speziell um Themen wie Präzision oder Power, "sondern, dass der Schlag insgesamt besser wird."
Kraus gegen Olympiasiegerin auf größter Bühne
Gegen Wang wird sie auf Court 9 spielen, dafür darf Kraus wie im Foro Italico (gegen Elisabetta Cocciaretto/ITA) wieder auf den Center Court (12.00 Uhr). Jener in Roland Garros ist sogar die größte Sandplatzarena der Welt, ermöglicht hat das freilich ihre als Nummer 11 gesetzte Gegnerin. Bencic ist ehemalige Nummer 4 der Welt, u.a. Olympiasiegerin 2021 und zehnfache Turniersiegerin - und damit klar zu favorisieren.
Kraus sieht das Los sehr positiv. "Ich freue mich riesig auf das Match gegen Bencic auf dem Philippe Chatrier. Es wird sicher eine tolle Erfahrung für mich", sagte sie am Samstag. "Ich fühle mich sehr wohl hier, habe schon drei Matches gespielt." Die Bedingungen werden allerdings aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen um 31 Grad anders sein und auch im großen Stadion sind sie anders. "Ich gehe mit einem guten Gefühl und Selbstvertrauen ins Match rein. Ich hoffe, dass ich meine beste Leistung auf den Platz bringen kann."
Taggers Gegnerin Wang ist als diesjährige Achtelfinalistin bei den Australian Open und Finalistin in Auckland stark ins Jahr gestartet. Auf Sand in Madrid und Rom schied sie allerdings jeweils gleich in Runde eins aus. Dass Spielerinnen aus diesen Weltranglisten-Gefilden durchaus auch schon in ihrer Reichweite liegen, hat Tagger mit dem Sieg über Ljudmila Samsonova (RUS/WTA-21.) in Linz aber bereits bewiesen.
Restliches ÖTV-Quartett folgt ab Montag
Das restliche ÖTV-Quartett bei diesen mit 61,72 Mio. Euro dotierten, 125. French Open wird am Montag oder Dienstag im Einsatz sein. Anastasia Potapova, die als Nummer 28 gesetzt ist und die größte rot-weiß-rote Hoffnung ist, und Julia Grabher befinden sich in der oberen Hälfte des Tableaus. Sebastian Ofner und Qualifikant Jurij Rodionov ebenso.
Für Grabher, die als einzige ÖTV-Favoritin gegen die Slowakin Rebecca Sramkova ins Match geht, steht der Montag-Termin fest. Für die 29-jährige Vorarlbergerin, aktuell Nummer 123 im WTA-Ranking, ist es eine Paris-Rückkehr nach drei Jahren. "Natürlich freut es mich extrem, wieder hier zu sein. Ich habe die letzten paar Jahre verpasst. Meine Form war in den letzten Wochen noch nicht so wie erwünscht. Aber ich glaube, dass es hier ein guter Ort ist, das zu ändern", meinte Grabher kämpferisch.
Für den Schützling von Günter Bresnik sind die French Open ihr Lieblingsturnier, deshalb ist sie "hochmotiviert". Sramkova wird sie jedenfalls nicht unterschätzen. "Gegen eine Qualifikantin ist es nie einfach, sie hat doch drei Matches schon gewonnen und Selbstvertrauen getankt." Grabher hofft, dass sie auf dem wegen der Hitze besonders harten Sandplatz ihre Topspin-Vorhand und ihren Kick-Aufschlag gut einsetzen kann. "Ja, das sind zwei Schläge, die davon profitieren, dass es hier ziemlich hoch springt."