Empörung
Zverevs Handy-Pin gefilmt: Tennis-Stars schlagen Alarm
15.04.2026Wirbel auf der ATP-Tour: Bei Alexander Zverev wurde offenbar sogar der Handy-Code von Kameras erfasst. Der Vorfall sorgt für Kritik – und entfacht eine neue Debatte über Privatsphäre im Tennis. Der Deutsche macht klar: Für ihn ist hier eine Grenze überschritten.
Zverev schilderte, dass Zuschauer ihn darauf hingewiesen hätten, seinen Handy-Pin zu ändern – weil dieser auf Aufnahmen zu sehen gewesen sei. „Das ist mir zu viel“, sagte der dreifache Grand-Slam-Finalist. Grundsätzlich habe er Verständnis für Kameras hinter den Kulissen. Doch private Details sollten nicht öffentlich werden.
Immer mehr Kameras hinter den Kulissen
Vor allem bei großen Turnieren sind Spieler mittlerweile rund um die Uhr im Fokus. Kameras begleiten sie nicht nur auf dem Platz, sondern auch in Bereichen, die früher als privat galten.
Für viele Profis ist das ein Problem. Carlos Alcaraz kritisierte zuletzt fehlende Rückzugsorte. Auch Laura Siegemund schilderte ihre Erfahrungen deutlich: „Dass im Klo noch keine ist, ist wirklich gerade alles.“
„Sind wir Tiere im Zoo?“
Die Debatte hatte zuletzt Coco Gauff angeheizt. Nach einem emotionalen Moment bei den Australian Open wurde sie hinter den Kulissen gefilmt. Auch Iga Świątek meldete sich zu Wort und stellte die Grundsatzfrage: „Sind wir Tennisspieler? Oder sind wir Tiere im Zoo?“
Unterstützung kam von Boris Becker, der die Entwicklung kritisch sieht.
Forderung nach klaren Grenzen
Viele Spieler fordern nun Regeln. Konkret geht es um klar gekennzeichnete Bereiche ohne Kameras. Gauff sprach sich dafür aus, dass Profis selbst mitentscheiden können, was gezeigt wird.
Die Spielerorganisation WTA kündigte bereits erste Maßnahmen an. Bei Turnieren sollen Kameras reduziert werden.
Balance zwischen Show und Privatsphäre
Turnierdirektor Patrik Kühnen sieht beide Seiten. Die Technik bringe Vorteile für die Vermarktung des Sports. Gleichzeitig brauche es einen „Spagat“.