Ski-Showdown

ÖSV-Abfahrer hoffen auf Ende der Sieglos-Serie

12.03.2026

Seit drei Jahren fahren die ÖSV-Herren einem Sieg in einer Weltcup-Abfahrt hinterher. Die vorletzte Chance in dieser Saison bietet sich am Freitag (11 Uhr/ORF1 live) in Courchevel. 

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© Gepa
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Als Vincent Kriechmayr am 15. März 2023 die Abfahrt beim Weltcup-Finale in Soldeu (Andorra) für sich entschieden hatte, hätte wohl kaum wer für möglich gehalten, dass es danach weder der frühere Doppel-Weltmeister noch einer seiner ÖSV-Kollegen auf einen Sieg in der Königsdisziplin bringen würde.

Dabei waren die Österreicher unter dem früheren Herminator-Skicoach Andreas Evers als neuem Speed-Chef voll motiviert in die Olympia-Saison 2025/26 gestartet. Tatsächlich lief es nur im Super-G mit Siegen von Marco Schwarz und Kriechmayr einigermaßen nach Wunsch.

Nach Kitzbühel- und Olympia-Pleite Hoffnung auf Happy End

In der Abfahrt ist nach wie vor Sand im Getriebe. Ausgerechnet beim prestigeträchtigen Heim-Spektakel in Kitzbühel schlitterten die Österreicher in ein historisches Debakel. Kein ÖSV-Downhiller schaffte es in die Top 10, unser "Bester" war Kriechmayr als 13. - 1,48 Sekunden hinter Sieger Giovanni Franzoni aus Italien. 

ÖSV-Alpinchef Christian Mitter ("Wir werden es überleben") wollte die "Krise als Chance" sehen und bei Olympia in Italien zurückschlagen. 

Auch das ging schief: Während Von Allmen im Bormio seiner Co-Favoritenrolle gerecht wurde und vor Shootingstar Franzoni und Routinier Dominik Paris (ITA) nach WM- auch Olympia-Gold holte, mussten sich Kriechmayr und Daniel Hemetsberger mit den Plätzen 6 und 7 begnügen.

Bei der Olympia-Revanche in Garmisch hätte es zumindest mit dem zweiten Podest in dieser Saison (Kriechmayrs 2. Platz in Wengen war die erste Top-3-Platzierung für die ÖSV-Abfahrer nach über 700 Tagen) fast geklappt - das verpasste Kriechmayr als Vierter hinter dem Schweizer Trio Marco Odermatt (1.), Alexis Monney (2.) und Stefan Rogentin (3.) um 22 Hundertstel.

Bund-Geldspritze für Speed-Trainingscenter

Hinter den Kulissen rauchen schon vor Ende der bisher historisch schlechten Abfahrts-Saison bei den ÖSV-Bossen die Köpfe. Dass Evers mit seinem Team weiterarbeiten darf, scheint gesichert. Hoffnung macht die Rückkehr von Stefan Eichberger, dem Abfahrts-Aufsteiger der Saison 2024/25, nach einem Kreuzbandriss. Allrounder Marco Schwarz will sich in Zukunft mehr auf die Speed-Disziplinen konzentrieren (auf Kosten seiner früheren Lieblingsdisziplin Slalom), zudem soll Evers aus Riesentorlauf-Weltmeister Raphael Haaser einen Speed-Sieger machen. Wobei ihm der mit einem Karriereende liebäugelnde Siegläufer Kriechmayr mit Saisonende abhanden kommen könnte. 

Hoffnung für die Zukunft macht auch eine vom Bund in Aussicht gestellte Geldspritze: Ein Teil der versprochenen 1,6 Förderungs-Millionen soll in den Ausbau von permanenten Trainings-Pisten investiert werden. Evers träumt einer permanenten Trainingsstrecke, die alle Stückl spielt. Vorbild dafür ist das US-Speed-Center, in Copper Mountain (Colorado).

Auch nach sieben Schweizer Siegen in bisher acht Saisonabfahrten will Evers nicht von seinen Ansprüchen abweichen: "Unser Ziel muss es auch weiterhin sein, in jeder Abfahrt um den Sieg mitzufahren."