Crans-Montana

Nach Vonn-Crash: Damen-Abfahrt wurde abgebrochen

30.01.2026

Die Weltcup-Abfahrt der alpinen Ski-Frauen von Crans-Montana ist am Freitag nach wenigen Läuferinnen abgebrochen worden. Mit Nina Ortlieb, Marte Monsen und Lindsey Vonn kamen drei der ersten sechs Fahrerinnen bei diffusen Lichtverhältnissen schwer zu Sturz.

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Die letzte Weltcup-Abfahrt der Frauen vor den Olympischen Winterspielen stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Ortlieb, Schnellste im einzigen Training am Mittwoch, stürzte auf der verkürzten Strecke mit Startnummer eins nach 20 Fahrsekunden in einer Rechtskurve in die Fangnetze, blieb aber augenscheinlich unverletzt. 

Monsen - als Dritte gestartet - erwischte die Zieleinfahrt nicht, fuhr durch die Torflagge und kam schwer zu Fall. Sie musste mit dem Akja und in weiterer Folge mit dem Hubschrauber abtransportiert werden. Mit Nummer sechs stürzte schließlich auch Vonn an der gleichen Stelle wie Ortlieb.

Diskussion um Abbruch

Der Abbruch traf viele Läuferinnen überraschend und hatte eine Diskussion zur Folge. "Ich finde, die Sicht war ganz okay. Warum sie es jetzt abgesagt haben - mir wurde gesagt, aus Sicherheitsgründen. 100 Prozent bin ich nicht der Meinung", erklärte Athletenvertreterin Cornelia Hütter. Der Schneefall sei nicht so das Problem, das bringe mehr Kontrast. "Wegen der Sicht wird es nicht gewesen sein, das hoffe ich zumindest. Wenn sie es abgesagt haben, hoffe ich wegen der Piste, aber das verstehe ich auch nicht 100-prozentig."

FIS-Renndirektor Peter Gerdol erklärte, die Bedingungen hätten sich ständig geändert. "Aber die Sicht ist immer schlechter geworden. Der Vorläufer hat uns gesagt, man sieht die Rennlinie nicht mehr. Die Wettervorhersage war zudem schlecht. Das hat zu unserer Entscheidung geführt. Wir wollen die Sicherheit der Athletinnen nicht gefährden." Svindal unterstützte den Abbruch: "Ich glaube, es war von der FIS eine gute Entscheidung." Verständnis hatte auch Ortlieb. "Die Sichtbedingungen haben sich deutlich verschlechtert. Das hilft natürlich nicht, wenn die Piste so unruhig ist. Wenn die beste Skifahrerin auch scheitert, dann zeigt das schon, dass die Piste momentan sehr anspruchsvoll ist."

Danach wurde ein Testläufer die Piste hinuntergeschickt, der ebenfalls Probleme hatte. Danach wurde das Rennen abgesagt, aber sehr zum Unverständnis der Damen. "Das ist lächerlich", hörte man Kara Winkelmann im TV sagen.

Jacqueline Wiles, die es ins Ziel schaffte, meinte im ORF "nichts besonderes" über die Bedingungen, auch wenn sie diese als schwierig bezeichnete. Auch die Trainer sollen die Strecke als machbar bezeichnet haben. Auch Ortlieb wusste beim ORF nicht, wieso oder wer das Rennen beendet hatte, auch wenn die Sicht immer schlechter wurde.

Gedenken an Brandkatastrophe

Vor dem Rennen war eine Gedenkminute für die Opfer der Brandkatastrophe zu Silvester in dem Schweizer Wintersportort abgehalten worden. Die Hoffnung, mit dem Rennen dem Ort etwas Positives zu bringen, erfüllte sich am Freitag nicht. "Mir tut es leid für die Zuschauer. Wir hatten gehofft, ihnen eine positive Energie zu übermitteln", sagte Ortlieb. "Das ist nicht das, was wir zeigen wollten." Am Samstag (11 Uhr/live ORF & im OE24-Liveticker) steht noch ein Super-G der Frauen auf dem Programm, 24 Stunden danach eine Abfahrt der Männer (11 Uhr/live im ORF & im OE24-Liveticker).