Innsbruck & Bi'hofen
DOMENator jagt Grand Slam - ÖSV-Adler 20 Meter und mehr hinten
02.01.2026Vor den letzten beiden Vierschanzentournee-Konkurrenzen in Innsbruck (Sonntag) und Bischofshofen (Dienstag) ist der Goldene Adler für "Domenator" Domen Prevc reserviert. Für die Österreicher geht's "nur" mehr um das Podest bzw. um ein Happy End mit Tagessiegen.
Nach zwei überlegenen Vorstellungen in Oberstdorf und Garmisch geht „Domenator“ Domen Prevc (26) am Sonntag (13.30 Uhr/ORF1 live) als haushoher Favorit in die dritte Vierschanzentournee-Konkurrenz am Innsbrucker Bergisel. Der Slowene hat zudem ausgezeichnete Chancen, als vierter Springer nach Sven Hannawald (GER/2002), Kamil Stoch (POL/2018) und Ryoyu Kobayashi (JAP/2019) den „Grand Slam“ mit Siegen bei allen vier Tournee-Stationen einzufahren.
„Verfolger“ Hörl schon rund 20 Meter hinten
Mit einer ausladenden Geste verneigte sich Domen Prevc nach seiner Machtdemonstration in Garmisch vor den Zuschauern. Jan Hörl und Stephan Embacher sind „Best of the Rest“, bei 35 bzw. 41,5 Punkten Rückstand kann das rot-weiß-rote Duo zur Halbzeit den Gesamtsieg bereits abschreiben. Umgerechnet rund 20 Meter müsste Hörl bei den Heim-Bewerben in Innsbruck am Sonntag und am Dreikönigstag in Bischofshofen (16.30/jew. ORF 1) aufholen, um doch noch den Goldadler in die Höhe strecken zu dürfen.
ÖSV-Adler nehmen es mit Galgenhumor
Nachdem der Garmisch-26. Stefan Kraft meinte, dass es „gscheiter gewesen wäre, zu Silvester fortzugehen“, zeigte der Zweitplatzierte Hörl mit Blick auf die Gesamtwertung Galgenhumor: „Hoch werma‘s nimma g‘winnen ...“ Ein Fünkchen Hoffnung hat der Salzburger trotzdem: „Abgerechnet wird erst in Bischofshofen. Bei zwei Stationen kann noch viel passieren.“
Hörls Hoffnung: Im 1. Garmisch-Durchgang hatten ihm nur 3,2 Punkte auf Prevc gefehlt. Dass die Jury unmittelbar vor ihm den Anlauf verkürzt hatte, war, so Hörl, „vielleicht nicht die beste Entscheidung und nicht ganz in Ordnung ...“
Der Tiroler Embacher bleibt indes DIE rot-weiß-rote Entdeckung der Saison: Der 19-Jährige sprang in Garmisch als Dritter zum zweiten Mal (nach Platz 2 in Falun) auf ein Weltcup-Podest und jubelte: „Voll mega. Ich habe zwei richtig coole Sprünge gezeigt.“ In der Qualifikation am Vortag hatte der Youngster mit Schanzenrekord für Furore gesorgt. In der Gesamtwertung ist Embacher sensationell Dritter hinter Prevc und Hörl.
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Vorjahrs-Helden Kraft und Tschofenig um Happy End
Nicht einmal mehr Minichancen auf den Tourneesieg dürfen sich Titelverteidiger Daniel Tschofenig und Stefan Kraft ausrechnen. Tschofenig ist nach Platz 9 in Garmisch Gesamt-Achter – 63,2 Punkte hinter Dominator Prevc. Kraft begrub seinen Tournee-Traum wie schon öfter in Garmisch-Partenkirchen mit einem 26. Platz. „Es ist ein Auf und Ab“, haderte Tschofenig, der sich seine Formschwankungen nicht erklären konnte.
Als Gesamt-17. geht der frühere Tournee-Sieger Stefan Kraft (2014/15) in die beiden Österreich-Springen. Sein Rückstand auf Prevc beträgt über 100 Punkte! Nach dem Absturz auf der von ihm verhassten Großen Olympiaschanze von Garmisch haderte Kraft mit der Anlaufgeschwindigkeit: „Ich war im ersten Durchgang einen km/h hinterher ...“ Normalerweise zählt der Springer mit dem Weltcup-Punkterekord zu den Schnellsten in der Spur.
In Innsbruck hofft Kraft auf den Turnaround: Am Bergisel hat er im Vorjahr gewonnen (vor Hörl und Tschofenig) – ebenso in Bischofshofen 2024, wo die Tournee am 6. Jänner zu Ende geht.