Orcas: Wikie und Keijo in Gefangenschaft
26.05.2026Aktuell sorgt die mögliche Zukunft zweier Orcas für Diskussionen im europäischen Tierschutz. Die Tiere Wikie und Keijo stammen aus dem geschlossenen Marineland in Antibes in Frankreich.
This browser does not support the video element.
Nun wird erneut ein Transfer in den Zoo „Loro Parque“ auf Teneriffa in Betracht gezogen – anstatt eines Umzugs in ein spezielles Schutzgebiet, ein sogenanntes Sanctuary.
Entsetzt haben Tierschutzorganisationen reagiert, da der geplante Transfer aus ihrer Sicht vor allem wirtschaftliche Interessen bedienen könnte. Begründet wird die Maßnahme mit dem schlechten Zustand der Becken im ehemaligen Marineland. Kritikerinnen und Kritiker stellen jedoch infrage, ob ein Transport in einen weiteren Zoo tatsächlich eine Verbesserung für die Tiere darstellt, da der Loro Parque ebenfalls für Haltung und Zucht von Meeressäugern in Gefangenschaft bekannt ist.
PETA warnt insbesondere davor, dass Wikie und Keijo erneut hinter Betonmauern leben könnten. Besonders besorgniserregend sei die Möglichkeit, dass die beiden Orcas dort künftig auch für Zuchtzwecke eingesetzt werden. Aus Sicht der Organisation würde das weiteres Leid bedeuten und keine echte Verbesserung ihrer Lebensbedingungen darstellen.
Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 24.05.2026, hier in voller Länge sehen. Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 31.05.2026, 18:30 Uhr
Auch die verbleibenden Delfine aus dem Marineland könnten betroffen sein, da für sie eine Aufteilung auf verschiedene Einrichtungen in Frankreich und Spanien im Raum steht. Damit droht nach Ansicht von Tierschutzgruppen eine erneute Trennung sozial lebender Tiere.
Orcas gelten als hochintelligente und sozial extrem komplexe Tiere. Sie leben in engen Familienverbänden, kommunizieren über eigene Lautsysteme und entwickeln individuelle Persönlichkeiten sowie stabile soziale Bindungen über viele Jahre hinweg. Für Tierschützer ist genau diese enge soziale Struktur ein zentraler Grund, warum dauerhafte Gefangenschaft und Trennung als besonders problematisch gelten.
Nun liegt die Entscheidung bei den spanischen Behörden, die einen Import der beiden Orcas genehmigen oder ablehnen könnten. Tierschutzorganisationen fordern, stattdessen eine Lösung in einem Schutzkonzept zu ermöglichen.
Zum Abschluss bleibt die Frage offen, welchen Weg Europa im Umgang mit hochintelligenten Meeressäugern in Gefangenschaft künftig einschlagen wird. Wenn auch du helfen willst, dann vermeide im Urlaub Tiershows wie jene in Aquaparks. Viele Reiseveranstalter reagieren bereits auf die steigende Nachfrage nach tierleidfreien Veranstaltungen.