Juan Lazaro

Agent gibt Spionage für Russland zu

02.07.2010

Zuletzt waren mehrere Verdächtige in den USA festgenommen worden. Der in Zypern inhaftierte Mann ist unterdessen verschwunden.

Zur Vollversion des Artikels
© AP
Zur Vollversion des Artikels

Einer der zehn in den USA festgenommenen mutmaßlichen Agenten hat Spionage für den russischen Auslandsgeheimdienst SWR zugegeben. In Zypern fahndet die Polizei mit Hochdruck nach einem untergetauchten Verdächtigen.

Spionage zugegeben
Die US-Behörden hatten zu Wochenbeginn mitgeteilt, einen möglichen russischen Spionage-Ring zerschlagen und zehn mutmaßliche Agenten festgenommen zu haben. Juan Lazaro, einer der Verdächtigen, gab nach seiner Festnahme zu, für den SWR tätig gewesen zu sein. Das geht aus einem Brief der Ermittler an einen Richter hervor, der über eine Freilassung des Mannes gegen Kaution entscheiden sollte.

Falsche Identität
In dem Schreiben heißt es, der Verdächtige habe nach eigenen Angaben zusammen mit einer weiteren Festgenommenen, einer peruanischen Journalistin, in einem Haus außerhalb von New York gelebt, das vom SWR gezahlt worden sei. Die Frau übergab der Aussage zufolge im Auftrag des Mannes Briefe an den russischen Auslandsgeheimdienst. Demnach hatte der Mann eine falsche Identität und er stamme auch nicht - wie zuvor behauptet - aus Uruguay. Vor einem Gericht in New York fand ein Haftprüfungstermin für "Lazaro", dessen mitbeschuldigte Frau und zwei weitere der mutmaßlichen Spione statt.

Mutmaßliche Spionin frei?
Vicky Pelaez, die in Peru geborene Journalistin mit US-Staatsbürgerschaft, könnte bald freigelassen werden, wenn jemand die Kaution von 250.000 Dollar (202.790 Euro) zahlt. Unter Hausarrest wird sie aber auf jeden Fall bleiben und muss dabei ein Gerät zur Überwachung tragen.

Zwei weitere Verdächtige, Richard und Cynthia M., müssen auf Beschluss des Richters in Untersuchungshaft bleiben. Der Regierung liegen starke Beweise gegen das Paar vor, begründete der Richter.

© Reuters

Spionin Vicky Pelaez, (co) Reuters

Kaution möglich?
Ein Bundesgericht in Boston im Bundesstaat Massachusetts setzte für ein mutmaßliches Agentenpaar einen neuen Termin für den 16. Juli an, um über eine Freilassung gegen Kaution zu entscheiden. Auch drei weitere Verdächtige, deren Termin von einem Gericht im Bundesstaat Virginia auf Freitag verschoben wurde, blieben in Untersuchungshaft. Die Anhörung von vier anderen mutmaßlichen Spionen in New York stand noch aus. Der zehnten Verdächtigen, einer 28-jährigen Russin, wurde ein entsprechendes Gesuch bereits abgeschlagen.

Zudem wurde in Zusammenhang mit der Spionage-Affäre in Zypern nach einem untergetauchten elften Verdächtigen gefahndet. Alle Häfen und Flughäfen der Insel und die Pufferzone zur Türkischen Republik Nordzypern wurden streng überwacht, wie aus Polizeikreisen verlautete. Der Kanadier könnte versuchen, vom griechisch-zyprischen Teil in das Gebiet im Norden der Mittelmeerinsel zu gelangen. Da die Türkische Republik Nordzypern international nicht als Staat anerkannt wird, bestehen auch keine Auslieferungsabkommen mit anderen Ländern.

Der Mann war am Dienstag festgenommen worden, als er ein Flugzeug nach Budapest nehmen wollte, kam aber gegen Kaution wieder frei. Am Mittwoch meldete er sich jedoch nicht den Auflagen entsprechend bei der Polizei und ist seitdem verschwunden.

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel