Feldspitzmaus

Infektions-Alarm in Bayern: Borna-Virus fordert Todesopfer

30.04.2026

 Erneut ist in Bayern ein Mensch an den Folgen einer Infektion mit dem Borna-Virus gestorben.  

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Die Infektion sei im Raum Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu nachgewiesen worden, teilte das Landratsamt am Donnerstag mit. Infektionen mit dem Virus, das vorwiegend von der Feldspitzmaus übertragen werde, seien außerordentlich selten, verliefen aber in der Regel lebensbedrohlich, hieß es weiter.

Das Gesundheitsamt sei mit der Klärung des Infektionswegs befasst und stehe in Kontakt mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Aktuell sei nicht bekannt, wo und wie sich der Mensch infiziert habe. Jährlich werden in Deutschland weniger als zehn Infektions-Fälle gemeldet, ein Großteil davon in Bayern.

Feldspitzmaus als Überträger

Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt in der Feldspitzmaus vor. Experten gehen davon aus, dass die Übertragung durch den Kontakt mit deren Ausscheidung erfolgt. Infizierte Tiere scheiden das Virus unter anderem über Kot, Urin, Speichel und die Haut aus, ohne selbst zu erkranken.

Lebende oder tote Tiere sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden. Beim Entsorgen einer toten Maus oder ihrer Ausscheidungen sowie bei Staub aufwirbelnden Arbeiten an Orten, an denen Feldspitzmäuse leben - zum Beispiel beim Kehren im Schuppen - sollten Gummihandschuhe, Schutzbrille und Feinstaubmaske getragen werden. Danach sollte man duschen, die Kleidung waschen und kontaminierte Fläche reinigen. Kadaver sollten in einer verschlossenen Plastiksackerl im Hausmüll entsorgt werden. Feldspitzmäuse sind Insektenfresser. Sie sind scheu, nachtaktiv, sehr selten und haben deutlich spitzere Gesichter als andere Mäuse.

Es gibt die Möglichkeit einer antiviralen sowie einer immunsupprimierenden Therapie. Letztlich ist es laut Experten die überschießende Immunreaktion, die die schweren und meist tödlichen Symptome auslöst. Der Erreger ist bei Tieren seit langem bekannt. Erst 2018 wurde nachgewiesen, dass BoDV-1 auf den Menschen übertragbar ist und dabei meist tödliche Gehirnentzündungen verursacht. Die Krankheit ist seit 2020 meldepflichtig.

Auf dem Online-Portal der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hieß es, dass das Virus in Österreich "bei Tieren bisher nur vereinzelt nachgewiesen wurden", demnach wurden in den vergangenen Jahren wurden vier Fälle von Bornascher Krankheit beim Pferd detektiert. "Bei Menschen ist in Österreich noch kein Fall einer durch Bornaviren verursachten Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) aufgetreten."