Nach Hochwasser

Endlich: Pegel in Deutschland sinken

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Deiche durchgeweicht. Acht Milliarden schwerer Hilfefonds eingerichtet.
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Zwei Wochen nach Beginn der Flutkatastrophe haben in Deutschland Bund und Länder einen Hilfsfonds von etwa acht Milliarden Euro beschlossen. Der Kampf gegen die Wassermassen erfordert einen langen Atem: Am Donnerstag gingen die Pegelstände auch in Norddeutschland zentimeterweise zurück. Doch die Dämme sind oft aufgeweicht wie Schwämme. Die Gefahr von Deichbrüchen ist nicht gebannt. Tausende Helfer kämpfen weiter gegen die Elbe-Flut.

Acht-Milliarden-Hilfsfonds

"Es wird einen Fonds geben zum Aufbau nach dem Hochwasser und zur Beseitigung der Schäden", sagte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) in Berlin. Acht Milliarden Euro seien eine realistische Größenordnung. Die genaue Höhe sowie Finanzierung und Ausgestaltung seien aber noch offen. Mit den anderen, ebenfalls betroffenen Ländern wird noch verhandelt. Bisher hat der Bund Soforthilfen von rund 100 Millionen Euro zugesagt.

Elbe-Anstieg stoppte in Schleswieg-Holstein
In Lauenburg in Schleswig-Holstein stoppte der Anstieg der Elbe. Es zeichnete sich eine leichte Entspannung ab. Der Wasserstand war in der Nacht auf Donnerstag um rund sechs Zentimeter gefallen. Am Morgen wurden 9,50 Meter (normal: 4,80 Meter) gemessen, gegen Mitternacht noch 9,56 Meter. Die Lage habe sich weitgehend stabilisiert, an den Deichen seien bisher keine Risse festgestellt worden, teilte der Krisenstab mit. Ursprünglich waren hier Pegelstände von zehn Metern und mehr prognostiziert worden. Der Krisenstab hat inzwischen einen ersten groben Zeitplan für die Rückkehr der Menschen aufgestellt.

Bundeswehr musste Landstraße in Sachsen-Anhalt durchbrechen
In der Katastrophenregion im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt hatte die Bundeswehr eine Landstraße auf 50 Meter Länge durchbrochen, um das Hochwasser in den Griff zu bekommen. Das Wasser aus der überschwemmten Region bei Fischbeck soll in Richtung Havelpolder abfließen, wie der Krisenstab in Magdeburg mitteilte. Bisher hatten sich die Wassermassen dort nach einem Deichbruch an der höher gelegenen Straße gestaut. Nach Angaben des Krisenstabs sind in dem Gebiet inzwischen rund 6.400 Menschen in Sicherheit gebracht worden. In den betroffenen Orten sind jedoch immer noch Menschen, unter anderem, um ihre Tiere vor dem Hochwasser zu schützen. Sie sollen mit Booten und aus Hubschraubern versorgt werden.

Rückläufige Elbe-Pegelstände
In Hitzacker in Niedersachsen lag der Pegelstand am Donnerstag knapp unter acht Metern - am Abend zuvor waren es noch 8,07 (normal: 2,67 Meter) gewesen. Die Bundeswehr überwachte seit Tagen in den niedersächsischen Flutgebieten die Deiche. Verteidigungsminister Thomas de Maiziere bedankte sich bei den Soldaten für ihren Einsatz. Es sei der bisher größte Flut- und Katastropheneinsatz, den die Bundeswehr je hatte. Bei sinkenden Wasserständen waren die Einheiten damit beschäftigt, die Deiche mit Sandsäcken auf der Rückseite zu verstärken.