Erwin Kräutler

Das Leben des Austro-Bischofs

30.09.2010

Der österreichische Bischof erhält den Alternativen Nobelpreis 2010.

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Der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler erhält den Alternativen Nobelpreis 2010. Der gebürtige Vorarlberger wird damit für seinen Einsatz für die marginalisierten Indios, Kleinbauern und Landarbeiter Brasiliens geehrt. Er setzt sich für deren Rechte gegen die großen agro-industriellen Konzerne ein. Seit 1981 ist er Bischof der Prälatur Xingu, der mit 350.000 Quadratkilometern flächenmäßig größten Diözese Brasiliens. Er setzt sich seit jeher für arme und rechtlos Menschen ein. Außerdem liegt ihm das Thema Umwelt sehr am Herzen. Der Bischof riskierte bei seinen sozialen Einsätzen manchmal Leib und Leben. 1987 entging er einem Mordanschlag.

Missionar in Brasilien

Kräutler wurde am 12. Juli 1939 in Koblach in Vorarlberg geboren; nach der Matura studierte er in Salzburg Theologe und Philosophie. Am 3. Juli 1965 wurde er zum Priester geweiht und noch im selben Jahr ging er als Missionar ins brasilianische Amazonasgebiet.

Im Jahre 1980 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Bischof-Koadjutor für die Prälatur Xingu ernannt, deren Bischof damals sein Onkel Erich Kräutler war. Im Jänner 1981 wurde er zum Bischof geweiht und bereits im September 1981 trat er die Nachfolge seines Onkels an.

Am 16. Oktober 1987 wurde der Bischof bei einem Anschlag schwer verletzt: Er fuhr gerade mit seinem Auto und wurde von einem Kleinlastwagen frontal gerammt. 1983 wurde Kräutler international bekannt, da er wegen der Teilnahme an einer Solidaritätsaktion von der Militärpolizei festgenommen und verprügelt wurde.

Ständiger Polizeischutz

Seit 2006 befindet sich Kräutler unter permanentem Polizeischutz. Wegen seines Einsatzes gegen den Bau des Wasserkraftwerks Belo Monte hatte er mehrfach Morddrohungen erhalten. Des Weiteren hatte er rechtliche Schritte gegen eine kriminelle Gruppe unternommen, die in den sexuellen Missbrauch von Kindern verwickelt sein soll. Außerdem ist er seit 30 Jahren strikter Gegner des Mega-Staudammprojekts von Belo Monte, das 1.000 Quadratkilometer Wald zerstören würde.

Große Beliebtheit

Der Amazonas-Bischof kann aber mit seinem aufopfernden Lebensstil immer wieder Erfolge verzeichnen. Von 1983 bis 1991 war Kräutler Präsident des Indianermissionsrats der Brasilianischen Bischofskonferenz (CIMI), seit 2006 hat er das Amt wieder inne. Bei der verfassunggebenden Versammlung Brasiliens 1987 setzte er sich dafür ein, dass die Rechte der Indianer in der Verfassung verankert werden. In seinen 840 Gemeinden ist der Bischof sehr beliebt und wird überall erkannt.  

In seinem Buch "Mein Leben ist wie der Amazonas" schreibt Kräutler: "Ich spüre die Ohnmacht angesichts so vieler Ungerechtigkeit und bin empört über all die Ausbeutung und Plünderung der Menschen und ihrer Mit-Welt."  Er möchte seiner Tätigkeit in Brasilien nachgehen, bis er 75 Jahre alt ist, und das kanonische Alter für die Abdankung von Bischöfen erreicht hat.

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